Auftakt an der Weser: BVB startet in die Rückrunde

Wenn Schiedsrichter Knut Kircher am Samstagabend um 18.30 Uhr die Partie zwischen Werder Bremen und Borussia Dortmund im Weserstadion anpfeift, ist es genau einen Monat her, dass der BVB sein letztes Pflichtspiel bestritten hat. Am 19. Dezember 2012 war der Gegner mit Hannover 96 ebenfalls ein Verein aus dem Norden der Republik. Mit 5:1 wurden die 96er aus dem Stadion geschossen und ein famoses schwarzgelbes Jahr gekrönt.

In Bremen dürfte die Aufgabe deutlich schwerer werden, nicht nur, weil man auswärts antritt. Insgesamt sieht die Bundesliga-Statistik nicht so rosig für den BVB aus: von 44 Spielen an der Weser konnte der BVB nur 7 gewinnen, 30 Mal ging er als Verlierer vom Platz. Die andere Seite ist, dass Borussia nur eines der letzten neun Spiele gegen Bremen verlor. Mal wieder ein Beweis dafür, dass Statistiken nicht immer aussagekräftig sind.

Wundertüte der Liga

Nachdem die Bremer vor ein paar Jahren eine Zeitlang als DER langfristige Konkurrent der Bayern galt, haben sie diesen Status mittlerweile an Dortmund abgegeben und etablierten sich seitdem als die Wundertüte der Liga. Das ist zwar hin und wieder spektakulär, sorgt aber dafür, dass sie häufig eher im Mittelfeld der Liga herum krebsen. Ravioli statt Fleischtöpfe. Macht auch satt, aber nicht zufrieden. Werder hechelt den eigenen Ansprüchen und den Europacup-Plätzen seit Jahren erfolglos hinterher.

Im Spätherbst sorgte der sonst für Ruhe und hanseatische Gelassenheit bekannte Verein für ein tagelanges Medienspektakel, als der langjährige Manager Klaus Allofs plötzlich beschloss, seine Zelte in Bremen abzubrechen und zum Liga-Konkurrenten nach Wolfsburg zu wechseln. Dass es vermutlich nicht die landschaftliche Idylle des VW-Werks vor dem Mittelland-Kanal war, die ihn dort hin getrieben hat, ist zu vermuten. Das Erfolgsduo Schaaf/ Allofs, das eine Ära bei Werder prägte, ist also gesprengt. Thomas Schaaf bekommt mehr Macht und arbeitet künftig mit Thomas Eichin zusammen, der bisher nur Eishockey-Vereine betreute.

Starkes Mittelfeld

Trotz allem sollte man die Bremer nicht unterschätzen. Auffällig ist, dass sie schon einige Spiele in dieser Saison relativ hoch verloren. Bereits vier mal kassierten sie mehr als drei Gegentore. Dennoch steht auf der Haben-Seite z.B. auch ein 4:0 gegen Borussia Mönchengladbach und ein 4:1 in Hoffenheim. Gerade im Mittelfeld besitzt Werder etwa mit de Bruyne oder Elia technisch starke Spieler, die mit einer Aktion eine Abwehr aushebeln können.

So wird es darauf ankommen, dass Dortmund wieder die defensive Stabilität erreicht, für die sie in den letzten Jahren bekannt waren. Gerade daran hatte es in der Hinrunde sehr gehapert, was trotz Dominanz im Spiel für den einen oder anderen unnötigen Punktverlust sorgte, ohne den die Bayern jetzt nicht 12 Punkte Vorsprung hätten. Das Toreschießen hat Bremen aber nicht verlernt, deshalb können solche Fehler in der Defensive unter Umständen böse bestraft werden.

„Zorro“ Santana

Im Trainingslager hatte Jürgen Klopp Zeit, Defensivabläufe mit der Mannschaft wieder einzuüben und legte angesichts mancher ärgerlicher Punktverluste auch einen Schwerpunkt darauf. Der BVB hat für das Spiel in Bremen mit Neven Subotic einen recht schwer wiegenden Ausfall zu beklagen, allerdings ist Felipe Santana, der trotz Nasenbeinbruchs mit einer Zorro-Maske spielt, nicht der schlechteste Ersatz.

Lukasz Piszczek und sein kongenialer Partner auf der rechten Seite, Jakub „Kuba“ Blaszczykowski waren unter der Woche angeschlagen, aber beide werden wohl spielen können. Das Fragezeichen hinter Kuba war größer als das hinter Piszczek, allerdings hat auch er am Donnerstag normal trainiert. Sollte er doch ausfallen, dürfte Kevin Großkreutz in die Mannschaft rücken. Ansonsten dürfte es keine Überraschungen in der Startelf geben – obwohl man das bei Klopp natürlich auch nie so genau weiß…

Machbare Aufgabe

Rückkehrer Nuri Sahin wird auf alle Fälle im Kader für das Spiel in Bremen stehen, allerdings wohl nicht in der Startelf. Es ist aber gut vorstellbar, dass Jürgen Klopp ihm dennoch später noch ein paar Bundesliga-Minuten gönnt.

Insgesamt ist die Aufgabe in Bremen schwer, aber sicher auch machbar. Wenn der BVB wieder mehr Kompaktheit in der Defensive schafft und nicht zu inflationär mit den Torchancen umgeht, dann ist die Chance sehr groß, am Samstagabend mit drei Punkten nach Hause zu gehen. Angesichts der schweren Aufgaben, die in allen drei Wettbewerben noch anliegen und den anstrengenden englischen Wochen, die vor der Mannschaft liegen, wäre es wichtig, sich mit einem Auftaktsieg in der Fremde den nötigen Schwung für die Rückrunde zu holen!

Die voraussichtliche Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Santana, Piszczek – Gündogan, Kehl – Reus, Götze, Blaszczykowski (Großkreutz) – Lewandowski

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