Furioser Start in die Rückrunde: BVB zerlegt Werder Bremen

Mit einer eindrucksvollen Vorstellung im Weserstadion ist Borussia Dortmund am Samstagabend in die Rückrunde gestartet. Zuvor hatten die Bayern mit einem Heimsieg gegen Greuther Fürth und Bayer Leverkusen mit einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt vorgelegt, der BVB war also gefordert, um den Abstand zur Spitze zumindest nicht weiter wachsen zu lassen.

Sollten die Ergebnisse vom Nachmittag die Dortmunder Spieler irgendwie unter Druck gesetzt haben, so war ihnen das zumindest absolut nicht anzumerken, denn die Mannschaft spielte von Beginn an locker und befreit auf. Rückkehrer Nuri Sahin saß wie zuvor angekündigt auf der Bank, in der Innenverteidigung ersetzte Felipe Santana den verletzten Neven Subotic, der angeschlagene Kuba saß ebenfalls zunächst auf der Bank und wurde durch Kevin Großkreutz ersetzt.

Freistoß von Reus

Schon in Minute 09 ging der BVB in Führung, als Marco Reus einen Freistoß gefühlvoll über die Mauer hinweg im Tor versenkte. Der Ball war perfekt geschossen. Zehn Minuten später baute Mario Götze die Führung aus, wobei Bremens Theodor Gebre Selassie gleich doppelt unglücklich in Aktion trat: zuerst ließ er Großkreutz auf der linken Seite einfach laufen, so dass er unbedrängt in die Mitte zu Götze flanken konnte und dann fälschte er Götzes Schuss auch noch ab, so dass er für den Bremer Torhüter Mielitz unhaltbar wurde.

Danach war der Drops eigentlich schon gelutscht. Viel Gegenwehr leisteten die Bremer nicht mehr bis zur Pause. Kurz vor dem Halbzeitpfiff vergab Mats Hummels noch eine gute Gelegenheit, auf 3:0 zu erhöhen. Nach dem Pausentee machte der BVB es dann besser: in der 48. Minute erzielte Santana per Kopf das 3:0 und wurde von seinen Kollegen ausgiebig geherzt. Ein wichtiges Tor auch für ihn persönlich. Werder zog es endgültig den Zahn. Zwar machten die Nordlichter noch einige Versuche, zum Abschluss zu kommen, aber Weidenfeller musste nur einmal entscheidend eingreifen, als er einen Kopfball von Kevin de Bruyne mit den Fingerspitzen noch über die Latte lenkte.

BVB-Schaulaufen

Der Rest war ein Schaulaufen der Borussia. Jürgen Klopp brachte Bender und „Kuba“ Blaszczykowski. In der 81. Minute schoss Robert Lewandowski das 4:0 – ein ausnahmweise mal völlig unspektakuläres Eiertor, über das der Pole nicht einmal richtig jubelte. Drei Minuten später kam der Moment, auf den viele BVB-Fans gewartet hatten: Nuri Sahin betrat unter lautem Jubel der Gästeblöcke das Spielfeld und wurde mit Sprechchören gefeiert. Ein emotionaler Moment für den Rückkehrer, der sich später am Abend in Interviews, aber auch auf seinen Facebook- und Twitter-Accounts bei den Fans bedankte: „Liebe Fans, ich danke Euch von ganzem Herzen! IHR seid EINMALIG! Ich hatte heute eine Gänsehaut bei der Einwechslung und als ihr angefangen habt DORTMUNDER JUNGS zu singen, WOW! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich ihr meine Familie und mich gemacht habt!“

Vom Toreschießen hatten die Dortmunder immer noch nicht genug, in der 86. Minute tankte sich Lukasz Piszczek auf der rechten Seite mustergültig durch, hätte auch selbst schießen können, entschied sich dann aber, den Ball noch mal quer auf den eingewechselten Kuba zu legen, der trocken zum 5:0 einschoss.

Der BVB hatte Werder genüsslich in seine Einzelteile zerlegt. Auffällig war die gute Chancenverwertung, die oftmals ein Manko im BVB-Spiel gewesen war. Die Defensive wirkte gefestigt und das schon „obligatorische“ Gegentor fing sich die Mannschaft diesmal nicht. Allerdings muss man auch konstatieren, dass Bremen die Dortmunder Defensive über weite Strecken auch nicht wahnsinnig forderte. Dass eine so gute Offensive wie die der Bremer jedoch überhaupt nicht zur Entfaltung kam, spricht für eine deutlich verbesserte defensive Stabilität.

Wiederholt sich die Geschichte?

Der BVB hat ein eindrucksvolles Zeichen an die Konkurrenz gesetzt und etwas für das Torverhältnis getan. Schon in der vergangenen Saison war Borussia mit einem 5:1in Hamburg in die Saison gestartet und bekanntermaßen die wohl furioseste Rückrunde der Vereinsgeschichte hingelegt, an deren Ende der Gewinn des Doubles stand. Man darf gespannt sein, ob der Mannschaft 2013 eine ähnlich spektakuläre Halbserie gelingt. Verbesserungsbedarf im Gegensatz zur Hinrunde in Sachen Punkteausbeute gibt es in der Bundesliga zumindest auf jeden Fall. Das ausgegebene Ziel ist es, wenigstens Platz 2 zu erreichen und Leverkusen hinter sich zu lassen.

Schon am Freitagabend kann an diesem Projekt weiter gefeilt werden, der 1. FC Nürnberg ist dann bei Flutlicht zu Gast im Westfalenstadion.

Aufstellung Bremen: Mielitz – Gebre Selassie, Sokratis, Prödl (54. Yildirim), Schmitz – Fritz, Junuzovic, Hunt – Petersen (70. Akpala), de Bruyne, Elia (78. Ignjovski)

Aufstellung BVB: Weidenfeller – Piszczek, Santana, Hummels, Schmelzer – Gündogan, Kehl (84. Sahin) – Großkreutz, Götze (76. Bender), Reus (71. Blaszczykowski) – Lewandowski

Tore: 0:1 Reus (9.), 0:2 Götze (19.), 0:3 Felipe Santana (48.), 0:4 Lewandowski (81.), 0:5 Blaszczykowski (85.)

Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
Zuschauer: 42. 100 (ausverkauft)
Gelbe Karten: – / Santana (1), Götze (2)

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