Klarer Sieg bei klirrender Kälte: BVB schlägt FCN

Das erste Heimspiel im Jahr 2013 hätte für den BVB kaum besser laufen können. Locker und die meiste Zeit relativ ungefährdet wurde der 1. FC Nürnberg mit 3:0 auf die Bretter geschickt. Das Toreschießen übernahm dabei mal wieder komplett die polnische Fraktion, zwei Mal traf Kuba, der wie erwartet für Kevin Großkreutz in die Mannschaft kam und den Schlusspunkt setzte Robert Lewandowski. Zudem holte der dritte Pole in Diensten der Borussia den Elfmeter heraus, den Kuba zum 1:0 für die Gastgeber verwandelt. Auf Polonia Dortmund ist eben Verlass.

Dabei hätte das Spiel vielleicht ganz anders aussehen können, wenn Roman Weidenfeller nicht nach einer Viertelstunde zuerst einen brandgefährlichen Kopfball vom Nürnberger Stürmer Tomas Pekhart entschärft hätte und dann auch noch den Nachschuss vom Ex-Borussen und Meister 2011 Markus Feulner. Eine frühe Nürnberger Führung hätte sicherlich ein seeeeeeehr zähes Spiel heraufbeschworen, denn es ist nicht anzunehmen, dass sich ein Clubberer dann noch ohne Not über die Mittellinie bewegt hätte.

Glücklicher Elfmeter für Dortmund

Von Beginn an agierten die Dortmunder zielstrebig in Richtung Tor, allerdings waren die Abschlüsse allesamt zu schwach. Nur wenige Minuten nach den beiden Nürnberger Großchancen wurde Lukasz Piszczek im Strafraum ein bisschen geschubst, ein bisschen stolperte er und das reichte Schiedsrichter Michael Weiner um dem BVB einen Elfmeter zuzusprechen. Wenn man auf der Südtribüne steht, sieht natürlich jedes Foul an einem Dortmunder Spieler im Strafraum ganz klar elfmeterwürdig aus. Doch nach Ansicht der TV-Bilder muss man doch konstatieren, dass der BVB in dieser Szene Glück hatte. Ein klarer Elfer war das sicher nicht. Kuba war es wumpe, er schnappte sich die Kugel und drosch das Ding ins rechte untere Eck.

So sah es am Ende aus...

So sah es am Ende aus…

Nur drei Minuten später legte er das 2:0 nach schöner Vorarbeit durch Mario Götze nach und damit war der Sack zu. Dem Unterhaltungswert des Spiels tat diese frühe Vorentscheidung, so beruhigend sie für alle Borussen war, nicht gut. Bei nahezu zweistelligen Minusgraden und auf tiefgefrorenem Boden ist ohnehin nicht die ganz hohe Fußballkunst zu erwarten, nach Borussias zweitem Tor verflachte die Partie aber völlig. Nürnberg akzeptierte die Niederlage und war nur noch auf Schadensbegrenzung aus. Der BVB schonte Kräfte und nahm ebenfalls das Tempo heraus. Es gab noch eine gute Chance durch Piszczek, der bei seinem überhasteten Abschluss aber zeigte, warum er als Rechtsverteidiger viel wertvoller ist denn als Stürmer. Lewandowskis Tor zum 3:0 kurz vor der Pause zählte wegen einer Abseitsstellung nicht.

Spiel plätscherte vor sich hin

Nach der Halbzeitpause plätscherten sowohl das Spiel als auch die Stimmung im Stadion vor sich hin. Mit 80.100 Zuschauern war das Stadion ausnahmsweise nicht ganz ausverkauft, die paar hundert nicht verkauften Karten stammten aus dem Gästekontingent. Freitagabend ist nicht der günstigste Termin für eine Anreise aus Franken. Unter den Gästefans befanden sich auch etwa 250 Schalker, die ihre Fanfreundschaft mit den Nürnbergern abfeierten. Ansonsten froren sie vermutlich im Wesentlichen und durften sich dann auch noch einen klaren Dortmunder Sieg anschauen. Ob es das nun so gebracht hat ist fraglich.

Die Stimmung auf der Süd war relativ mau, außerhalb von Block drölf sprang der Funke nur selten über. Aber solche Spiele gibt es eben auch. Der emotionale und stimmungstechnische Höhepunkt der zweiten Halbzeit war die Einwechslung von Nuri Sahin in der 76. Minute. Der Rückkehrer wurde mit frenetischem Jubel empfangen und nach dem Spiel mit einer Welle gefeiert. Angesichts des Spielstandes und der Harmlosigkeit der Nürnberger probierte Klopp eine neue Taktik aus: während Sahin seine Stammposition auf der Sechs bekleidete, agierte Gündogan nun etwas offensiver auf der Zehn. Das klappte auch recht gut, allerdings kann dieses Spiel eigentlich nicht als Gradmesser dienen, dafür war der Gegner einfach zu schwach.

Optimaler Start in die Rückrunde

In der 88. Minute gab Santana den Hummels, schlug einen langen Ball auf Reus, der bediente den in der Mitte frei stehenden Lewandowski. Der fackelte nicht lange, nagelte das Ding unter die Latte und erzielte zum zweiten Mal an diesem Abend das 3:0. Diesmal zählte der Treffer sogar.

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Am Ende gab’s den verdienten Applaus.

Der Rest war Jubel. Kein euphorischer Jubel, dafür fehlte dem Spiel das Spannungselement, aber ein zufriedener Jubel.

Der BVB ist mit 6 Punkten und 8:0 Toren optimal in die Rückrunde gestartet und hat ein deutliches Signal gegeben, dass man gewillt ist, sich in der Bundesliga besser zu präsentieren als in der Hinrunde. Dazu kommt, dass Bayer Leverkusen am Samstagabend beim SC Freiburg nicht über 0:0 heraus kam und der Vorsprung auf Dortmund somit auf einen mickrigen Punkt zusammen geschmolzen ist. Schon am nächsten Wochenende könnte Borussia auf Platz 2 der Tabelle vorrutschen. Denn der nächste Gegner heißt: Bayer Leverkusen.

Aufstellung BVB: Weidenfeller – Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Schmelzer – Gündogan (89. Leitner), Kehl (77. Bender) – Blaszczykowski (77. Sahin), Götze, Reus – Lewandowski

Aufstellung FCN: Schäfer – Chandler, Nilsson, Klose, Pinola – Simons, Balitsch – Feulner (68. Mak), Kiyotake, Gebhart (78. Frantz) – Pekhart (78. Polter)

Schiedsrichter: Weiner (Ottenstein)

Zuschauer: 80 100

Tore: 1:0 Blaszczykowski (18./Foulelfmeter), 2:0 Blaszczykowski (21.), 3:0 Lewandowski (88.)

Gelbe Karten: keine

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