Breaking News: Die neue Frisur des Jürgen Klopp und der Sack Reis in China

Personenkult ist ein interessantes Phänomen. Es sorgt dafür, dass selbst scheinbar völlig alltägliche Dinge, die ein Mensch erledigt, plötzlich zum Aufmacher auf vielen Internetportalen werden. Dass prominente Personen unter dieser Art von Kultausübung eher zu leiden haben als Lieschen Müller, ist klar. Aber natürlich hat ein Promi es auch ein Stück weit selbst in der Hand, wie viel Kult um ihn betrieben wird.

Der Kult um BVB-Trainer Jürgen Klopp ist gigantisch, spätestens seitdem er 2011 seine erste Meisterschaft in Dortmund einfuhr. Doch selbst für BVB-Fans ist der sympathische Trainer mitunter ein wenig überrepräsentiert: Autos, Versicherungen, Rasierer, und wasweißichnoch, Jürgen Klopp macht mittlerweile gefühlt für jedes existierende Produkt auf dieser Welt Werbung. Die Zusatzeinnahmen seien ihm herzlich gegönnt und die Tatsache, dass er in der Werbebranche so gefragt ist, ist ja nur ein Indikator für seine Popularität.

Das Alltägliche

Doch manchmal nervt der Hype um Klopp auch nur noch – im Übrigen auch ihn selbst, wie er in einem Interview im letzten Sommer einmal bekundet hat.

Er tut also etwas völlig Alltägliches, sagen wir mal, er geht an seinem freien Samstag z.B. zum Friseur und lässt sich die Matte absäbeln, weil die Spitzen kaputt sind oder er nach 20 Jahren vielleicht die Nase voll vom alten Look hat. So weit, so unspektakulär. Dann tritt er bei einem Testspiel am Montag beim 1. FC Köln, dass der Zweitligist gegen eine verstärkte B-Elf übrigens sogar 1:0 gewann, mit dieser Frisur das erste Mal vor die Kamera und am nächsten Tag ist die Frisur überall das große Thema. Nicht nur in Friseurfachmagazinen, wo es ja noch irgendwie nachvollziehbar wäre, sondern ÜBERALL. Sogar bei einem seriösen Magazin wie dem Spiegel. Ja, und auch in diesem Blog, mögen mir Kritiker an dieser Stelle vorhalten.

Meldungen, die die Welt nicht braucht

So beliebt der BVB auch ist und so verständlich es ist, dass mit ihm fantastisch Klicks generiert werden können: aber von der Relevanz her ist die neue Frisur von Jürgen Klopp fast so unwichtig wie der Shopping-Ausflug der BVB-Spielerfrauen in Madrid – übrigens meine persönliche, unbestrittene Nummer 1 in der Kategorie „Überflüssigster Artikel des Jahres 2012“.

Sollte man Meldungen dieser Kategorie nicht lieber der Bild-Zeitung überlassen, wo sie manch andere Meldung („Joey aus dem Dschungelcamp freut sich auf Schnitzel“) an Wichtigkeit vielleicht sogar noch überflügelt?

Wenn Jürgen Klopp sich allerdings den Bart abrasiert hätte, dann wäre der Hype sogar angebracht. Das wäre mal eine echte Sensation! Hat er aber nicht. Tja…

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