BVB will Revanche gegen den HSV und geht personell am Stock

Themen gab es in dieser Woche reichlich beim BVB: am meisten diskutiert wurde sicher das plötzliche Gerücht, Torjäger Robert Lewandowski sei sich mit dem FC Bayern bereits einig. Ein wenig Ruhe kam erst in die Geschichte, nachdem schließlich nacheinander der BVB, der Spieler selbst und etwas zögerlich zum Schluss auch die Bayern klar gestellt hatten, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Mit Freude zur Kenntnis genommen wurde die Vertragsverlängerung von Kevin Großkreutz bis 2016. Und auch beim dritten BVB-Thema der Woche spielte er eine Rolle.

Vorab: normalerweise nehmen die Personalien in einem Vorbericht bestenfalls den letzten Absatz ein. Doch in dieser Woche erlebte der BVB einen Andrang vor seinem Lazarett wie zuletzt vor vielen Jahren, was Jürgen Klopp sehr plastisch kommentierte: „Die Stimmung ist am Arsch.“

Problem auf der Linksverteidiger-Position

Am Donnerstag kam so nebenbei heraus, dass Borussia personell auf dem Zahnfleisch kroch: Roman Weidenfeller, Marco Reus, Mario Götze, Lukasz Piszeczek, Marcel Schmelzer und eben Großkreutz konnten nicht trainieren. Bei den beiden Letztgenannten war schon am Donnerstag mehr oder weniger klar, dass sie für das Spiel gegen Hamburg ausfallen. Wenn sowohl die A- als auch die B-Lösung für die Linksverteidiger-Position ausfallen, dann hat selbst so eine gut besetzte Mannschaft wie die des BVB ein veritables Problem.

Eine Möglichkeit wäre es, dem jungen Marcel Halstenberg eine Chance zu geben. Das wäre aber sicher nur dann eine Option, wenn die restlichen Angeschlagenen fit werden. Denn Klopp wird wohl nicht das Experiment wagen, den jungen Nachwuchsverteidiger, der bislang keine einzige Minute Bundesliga gespielt hat, in einer ohnehin völlig umbesetzten Mannschaft ins kalte Wasser zu werfen. Damit würde man Halstenberg wohl auch keinen großen Gefallen tun. Wahrscheinlicher ist aber, dass Jakub Blaszczykowski nach hinten links rutscht, schließlich ist er auf dieser Position schon erprobt worden und für brauchbar befunden worden.

4-3-2-1 mit Sahin?

Das würde aber unbedingt erfordern, dass Reus und Götze fit werden, denn sonst wird es im offensiven Mittelfeld reichlich eng. Allerdings konnten beide am Freitag wieder trainieren, ebenso wie Piszczek, für den im Fall der Fälle mit Oliver Kirch wenigstens noch ein etatmäßiger Rechtsverteidiger als Ersatz parat stünde.

Eine positive Nachricht gibt es allerdings auch zu vermelden: Neven Subotic ist wieder fit, möglicherweise kehrt er am Samstag schon in die Startelf zurück – auch wenn dies für Felipe Santana, der ihn ordentlich vertreten hat, sicher eine bittere Pille wäre.

Denkbar und wahrscheinlich ist, sollte es keine Wunderheilungen mehr geben, dass Klopp auf ein 4-3-2-1-System mit drei defensiven Mittelfeldspielern umstellt. In diesem Fall wird Rückkehrer Nuri Sahin wohl zum ersten Mal in der Startelf stehen. Da wir im Ruhrgebiet sind und nicht in Lourdes, ist das die wahrscheinlichste Variante.

Hamburg hat sich stabilisiert

Die angespannte Personallage hatte immerhin den Vorteil, dass kaum noch über Lewandowski geredet wurde. Manch ein Fan verkündete Mitte der Woche schon Haare-raufend, diesen Namen nicht mehr hören zu wollen, außer am Samstag in der Mannschaftsaufstellung. Nun, das dürfte zumindest gewiss sein, denn Lewandowski war diese Woche zwar etwas nervig, aber immerhin fit.

Ein paar Worte zum Gegner: Hamburg ist längst nicht mehr das Kanonenfutter der letzten Saison. Das Hinspiel verlor die Borussia 2:3. Und gerade Spieler wie Heung Min Son lehrte in dieser Saison schon mancher Abwehrreihe das Fürchten. Der Südkoreaner ist brandgefährlich vor dem Tor. Insgesamt scheint es, dass die Hanseaten sich in der zweiten Saison unter Thorsten Fink mittlerweile stabilisiert haben. Dennoch sind sie für souveräne Siege ebenso gut wie für katastrophale Aussetzer. Man darf gespannt sein, welches ihrer beiden Gesichter sie im Westfalenstadion präsentieren.

Vitaminspritzen durch Stimmung

Im Moment scheint der BVB außerdem nur gegen Mannschaften zu spielen, deren Trainer gebürtige Dortmunder sind. Gegen Leverkusens Sascha Lewandowski hatte Dortmund am Ende das bessere Ende für sich, zu hoffen bleibt, dass es gegen Fink, der aus dem Dortmunder Stadtteil Marten stammt, ähnlich aussieht.

Jürgen Klopp war in der Pressekonferenz immerhin zuversichtlich, dass er elf Leute zusammen bekommen wird und richtete den Appell an die Fans, den Angeschlagenen ein paar „Vitaminspritzen durch Stimmung“ zu verpassen. Erinnert man sich an die überwiegend schläfrige Stimmung im letzten Heimspiel gegen Nürnberg, so ist das kein völlig sinnfreier Aufruf. Da war in der Tat viel Luft nach oben.

Die voraussichtliche Aufstellung: Weidenfeller – Blaszczykowski – Hummels, Subotic (Santana), Piszczek – Sahin, Bender, Gündogan – Reus, Götze – Lewandowski

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