2:2 in Donezk: BVB sichert gute Ausgangsposition für das Rückspiel

Dieses Spiel ließ manch einen Fan auf beiden Seiten um etliche Jahre altern. Nach diesem Duell zweier Mannschaften, die vor allem für begeisternden Offensivfußball bekannt sind, stand es 2:2 – ein Ergebnis mit dem der BVB mit Blick auf das Rückspiel im Westfalenstadion wohl besser leben kann als der Kontrahent aus der Ostukraine.

Schachtar Donezk war so etwas wie die große Unbekannte. Die wenigsten Fans in Deutschland dürften wohl alle sechs Vorrundenspiele von Schachtar in voller Länge gesehen haben und so richtig auf dem Schirm hatte man diese Mannschaft, die in der Defensive vor allem aus osteuropäischen Recken besteht und in der Offensive aus brasilianischen Ballzauberern, wohl eher nicht. Somit wusste man zwar, dass dieses Spiel kein leichtes für Dortmund werden würde, aber was das in der Praxis bedeutete, war am Mittwochabend in der Dombass-Arena zu beobachten.

Srna verwandelt Freistoß

Von Beginn an lieferten beide Mannschaften ein attraktives Spiel und lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, auch wenn die besseren Chancen zunächst der BVB hatte. Vor allem Marco Reus fiel häufig durch gute Aktionen auf, allerdings kam nichts Zählbares dabei herum. Mats Hummels hätte seine Farben in der 17. Minute in Führung bringen können, sein Kopfball klatschte aber nur an die Latte.

So war es Schachtar Donezk, das in der 31. Minute in Führung ging: der kroatische Nationalspieler Dario Srna zirkelte einen Freistoß über die Mauer, Weidenfeller sah den Ball erst spät, bekam noch die Hand an den Ball, konnte ihn aber nicht mehr entscheidend ablenken. Ärgerlich war der Freistoß in der Entstehung: Felipe Santana, der etwas überraschend aufgrund mangelnder Spielpraxis des genesenen Neven Subotic wieder den Vorzug bekam, hatte ein unnötiges Foul an Luis Adriano begangen.

Kurioses 1:1

Der BVB ließ sich von der Donezker Führung allerdings nicht weiter beeindrucken und zog weiter sein Spiel durch. In der 41. Minute wurde er durch den Ausgleich belohnt, der etwas kurios zustande kam: Mario Götze flankte von der rechten Seite nach innen auf Robert Lewandowski, der zunächst über den Ball trat. Durch dieses Luftloch kamen aber zwei Gegenspieler, die einen Schuss erwartet hatten, aus dem Gleichgewicht und legten sich lang, so dass Lewandowski plötzlich völlig frei stand und im zweiten Versuch den Ball trocken ins Netz versenken konnte. Ein kurioses Ding.

Die zweite Halbzeit begann mit einer Drangphase der Hausherren, die Dortmunder Defensive stand zunächst gut. In dieser Phase lief das Spiel nur auf ein Tor zu. In der 68. Minute ging erneut Donezk in Führung, begünstigt durch einen individuellen Fehler von Mats Hummels, der schon zuvor im Spiel das eine oder andere Mal nicht ganz sicher gewirkt hatte. Mit einem lang geschlagenen Ball aus der eigenen Hälfte hebelte Rakitskiy den ganzen Defensivblock aus, Hummels verschätzte sich beim Kopfball, Marcel Schmelzer kam nicht mehr an den Ball und eine Sekunde später lag selbiger im Tor hinter Weidenfeller. Dieses Tor ging auf Hummels‘ Kappe und das gab er im Interview nach Spielschluss auch ohne Umschweife zu. Man kann ihm ja grundsätzlich Vieles vorwerfen, aber nicht mangelnde Selbstreflexion.

Hummels macht Fehler wieder gut

Dieses Tor schien ein echter Wirkungstreffer gewesen zu sein. Das Heimpublikum war nun natürlich voll da und verwandelte das Stadion in einen Hexenkessel. Die Vorteile lagen nun bei Schachtar und die Dortmunder wirkten etwas ideenlos. Reus, in der ersten Halbzeit noch quirliger Impulsgeber tauchte fast völlig ab, Mario Götze rannte sich häufig fest.

In der 87. Minute konnten dann aber doch die 2.000 Schwarzgelben, die sich auf den Weg in die Ukraine gemacht hatten jubeln: Marcel Schmelzer trat eine Ecke von der linken Seite zentral vors Tor und dort stand ausgerechnet der gescholtene Hummels und köpfte den Ball platziert ins Tor. So konnte er seinen Fehler beim 1:2 selbst wieder gut machen.

Großer Jubel und große Erleichterung bei allen BVB-Fans im Stadion und zuhause an den Fernsehgeräten!

Gute Ausgangsposition

Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp war am Ende zufrieden. Borussia Dortmund hätte das Spiel durchaus auch gewinnen können, denn die größere Zahl und die besseren Torchancen hatten die Westfalen. Allerdings ist Donezk zwei Mal in Führung gegangen, so dass man am Ende wohl doch von einem gerechten Unentschieden reden kann. Die Hausherren sahen das freilich etwas anders und schlichen mit ziemlich langen Gesichtern vom Platz.

Fazit: beide Mannschaften lieferten ein höchst unterhaltsames Spiel, das gut anzuschauen war. Am Ende hat der BVB sich mit den zwei Auswärtstoren eine exzellente Ausgangsposition für das Rückspiel am 5. März erarbeitet. Theorethisch reicht nun schon ein 0:0 oder ein 1:1 zum Einzug ins Viertelfinale. Doch wer Jürgen Klopp und seinen Fußball kennt, weiß, dass der BVB dort sicher auf Sieg spielen wird.

Mit dem guten Champions-League-Spiel im Rücken kann Borussia nun das schwere Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstagabend angehen. Denn in der Bundesliga wird sich die Mannschaft für das gruselige Spiel gegen den Hamburger SV sicherlich noch rehabilitieren möchte. Vielleicht kehrt dann auch der eine oder andere aus dem Lazarett zurück in die Mannschaft.

Aufstellung Donezk: Pyatov – Srna, Chygrynskyy, Rakytskyy, Rat – Fernandinho, Hübschman – Alex Teixeira (83. Eduardo), G. Mkhitaryan, Taison (62. Costa) – Luiz Adriano

Aufstellung BVB: Weidenfeller – Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Schmelzer – Kehl, S. Bender – Blaszczykowski (80. Leitner), M. Götze, Reus (90.+1 Schieber) – Lewandowski

Tore: 1:0 Srna (31., direkter Freistoß, Rechtsschuss), 1:1 Lewandowski (41., Rechtsschuss, M. Götze), 2:1 Douglas Costa (68.,Linksschuss, Rakytskyy), 2:2 Hummels (87., Kopfball, Schmelzer)

Schiedsrichter: Webb (England)

Gelbe Karten: Fernandinho (1)

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