2:2 in Donezk: BVB sichert gute Ausgangsposition für das Rückspiel

Dieses Spiel ließ manch einen Fan auf beiden Seiten um etliche Jahre altern. Nach diesem Duell zweier Mannschaften, die vor allem für begeisternden Offensivfußball bekannt sind, stand es 2:2 – ein Ergebnis mit dem der BVB mit Blick auf das Rückspiel im Westfalenstadion wohl besser leben kann als der Kontrahent aus der Ostukraine. Weiterlesen

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CL-Achtelfinale: BVB reist ins frühlingshafte Donezk

Bei der Champions-League-Auslosung am 20. Dezember gab es ein paar lange Gesichter im schwarzgelben Lager. Schachtar Donezk, das war nicht gerade das Traumlos schlechthin: eine lange Reise, ein schlecht einzuschätzender, aber offenkundig extrem starker Gegner und dazu erwartete Temperaturen um – 25 Grad Mitte Februar in der Ukraine. Und dabei hat damals noch keiner geahnt, wie dünn die Personaldecke des BVB zu diesem Zeitpunkt sein würde. Die meisten hätten wohl lieber Celtic Glasgow zugelost bekommen – oder eben irgendwas anderes außer Donzek. Weiterlesen

1:4 gegen den HSV: BVB erwischt einen rabenschwarzen Tag

Wenn man zuhause im eigenen Stadion vier Gegentore kassiert, dann weiß man schon beim Blick aufs Ergebnis, dass beim BVB am Samstag gar nichts zusammen lief. Dortmund kassierte eine völlig verdiente Niederlage gegen einen starken Hamburger SV und verlor noch dazu seinen Torjäger Robert Lewandowski durch einen zumindest etwas fragwürdigen Platzverweis. Tabellarisch hatte die Niederlage keine Auswirkungen, da sowohl Leverkusen als auch Frankfurt dankenswerterweise ebenfalls Punkte abgaben. Weiterlesen

BVB will Revanche gegen den HSV und geht personell am Stock

Themen gab es in dieser Woche reichlich beim BVB: am meisten diskutiert wurde sicher das plötzliche Gerücht, Torjäger Robert Lewandowski sei sich mit dem FC Bayern bereits einig. Ein wenig Ruhe kam erst in die Geschichte, nachdem schließlich nacheinander der BVB, der Spieler selbst und etwas zögerlich zum Schluss auch die Bayern klar gestellt hatten, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Mit Freude zur Kenntnis genommen wurde die Vertragsverlängerung von Kevin Großkreutz bis 2016. Und auch beim dritten BVB-Thema der Woche spielte er eine Rolle. Weiterlesen

Es geht um die Wurst: Wie Uli Hoeneß die Esskultur des Ruhrpotts unterwandert

Es gehört zum guten Standard nach anstrengenden Auswärtsspielen: kurz nachdem man die Stadt des Gegners mehr oder weniger erfolgreich verlassen hat, wird der nächste Rastplatz angesteuert, um die leeren Mägen mit Unmengen amerikanischen Fastfoods zu füllen. Die Gretchenfrage „Burger King“ oder „McDonalds“ wird zu diesem Zweck entweder durch die Gegebenheiten vor Ort oder per demokratischem Mehrheitsbeschluss entschieden. Weiterlesen

Die Saga geht weiter: BVB stöhnt über Lewandowski und verlängert mit Großkreutz

Es gibt immer wieder diese Transfergeschichten in der Bundesliga, die einfach kein Ende zu nehmen scheinen. Es gab die Ribery-Saga, die Diego-Saga, die Sahin-Saga, die Kagawa-Saga und jetzt: die Lewandowski-Saga. Naja, was heißt eigentlich „jetzt“? Gefühlt tauchten die ersten Wechselgerüchte um den polnischen Nationalspieler schon auf, kurz nachdem er seine Zelte in Dortmund aufgeschlagen hatte.

Bereits in der letzten Saison schien es, als sei ein Abschied des Stürmers im Sommer längst beschlossene Sache. Lewandowski selbst äußert sich meistens nicht, doch verfügt er über ein besonders penetrantes Exemplar von Berater, der seit einem Jahr nicht müde wird, seinen Klienten ständig zu anderen großen Clubs zu reden.

Wechsel nach München fix?

Am Dienstag platzte auf einmal die vermeintliche Bombe als „SkyItalia“, die schon den Guardiola-Coup der Bayern als Erste vermeldet hatten, plötzlich verlauten ließ, Lewandowski sei sich mit den Bayern einig und werde im Sommer nach München wechseln. Dies wisse man aus sicherer Quelle, die aus dem Bayern-Umfeld stamme. Zuvor hatte man ein Gerücht der spanischen Seite todomercado aufgegriffen – einer Seite von, sagen wir mal, fragwürdiger Seriosität. Die angebliche Quelle aus dem Bayern-Umfeld entpuppte sich als Twitter-Account „Breitnigge“, ein Bayern-Fan, der angesichts der erneuten Lewandowski-Gerüchte wohl etwas genervt war und leicht zynisch fragte, ob „SkyItalia“ das denn schon bestätigt hätte.

Obwohl diese Hintergründe schon im Laufe des Vormittags im Tinneff-Blog aufgedeckt wurden, hielt das sämtliche deutsche Medien nicht davon ab, bei SkyItalia abzuschreiben. Noch am späten Mittag verkauften selbst renommierte Medien wie Kicker und Reviersport den Deal als fix. Die Dynamik der Social Media ist schon was Witziges.

SkyItalia bleibt bei der Meldung

Irgendwann am Nachmittag sickerte die Tatsache, dass man da wohl einen flapsigen Kommentar auf Twitter irgendwie schlampig übersetzt und daher missverstanden hat, auch nach Italien durch und man beeilte sich, zu sagen, dass „Breitnigge“ keineswegs die Quelle gewesen sei und dass die Meldung trotzdem stimme. Fällt ihnen früh ein, nachdem sie sich zuvor im Artikel auf „Breitnigge“ bezogen hatten. Nicht auszuschließen, dass die Journalisten hier nur ihr Gesicht wahren wollten und eben nicht als Dilettanten dastehen wollten.

Nun wartete aber auch Spiegel online mit einem Hintergrundbericht auf, in der eine angeblich dem Bayern-Vorstand nahe stehende Quelle zitiert wurde, die bestätigte, dass man sich mit dem Spieler weitgehend einig sei und nun mit dem BVB verhandelt werden soll.

Ist der Transfer realistisch?

Wie realistisch ist ein Transfer von Lewandowski zu den Bayern eigentlich? Zunächst mal ist der FC Bayern im Sturm mit Mandzukic, Gomez und Pizarro eigentlich exzellent besetzt. Sollte Lewandowski allerdings nach München gehen, kann Gomez sich vermutlich einen neuen Verein suchen, da er zwar sehr treffsicher ist, aber nicht so ein kompletter Stürmer wie der Pole. Fakt ist aber auch, dass Robert sich mit einem Transfer zu den Bayern sportlich eigentlich nicht verbessern würde. Beide Mannschaften sind auf einem ähnlichen spielerischen Niveau, beide spielen in der Bundesliga ganz oben mit, beide spielen in der Champions League eine gute Rolle und beide werden dort auch nächste Saison wieder präsent sein.

Die besseren Mitspieler können es auch nicht unbedingt sein: Ribery, Müller, Kroos – das sind sicher sehr gute Fußballer, aber Reus, Götze und Blaszczykowski haben sicherlich ein ähnliches Niveau. Also doch das Geld? In dem Fall wäre ein Wechsel nach England aber wohl deutlich lukrativer. Zwar würde der FC Bayern Lewandowski wohl mehr zahlen als der BVB, aber Vereine wie Manchester United oder auch ManCity können das sicher überbieten. Dazu kommt, dass Lewandowski selbst einen Wechsel zu den Bayern eigentlich nie öffentlich in Erwägung gezogen hat, sondern immer eher die Premier League zu favorisieren schien. Auch der Wechsel zu Manchester United ist ja bereits einmal als fix gemeldet worden.

BVB hat keine Anfrage

Der BVB selbst gab an, keine Anfrage vom FC Bayern erhalten zu haben. Diese wird bestimmt noch kommen – selbst wenn man den Spieler eigentlich nicht braucht, war es ja immer ein beliebtes Mittel der Bayern, den Liga-Konkurrenten Leistungsträger weg zu kaufen um diese zu schwächen. Gut möglich, dass dies auch im Fall Lewandowski der Plan ist – schließlich hat er schon genug Tore gegen Bayern erzielt.

Sicher ist, dass ein Großteil der Fans ihm einen Wechsel zum FC Bayern ausgesprochen übel nehmen würden. Bisher schützen ihn seine konstant guten Leistungen vor Unmutsbekundungen angesichts seiner ständigen Wechselgerüchte. Doch sollte der Transfer vor Ablauf der Saison als fix vermeldet werden, dürfte Lewandowski für den Rest der Saison vermutlich Auswärtsspiele bevorzugen.

Auffälliger Zeitpunkt

Auffällig ist allerdings auch der Zeitpunkt dieser Meldung: in genau drei Wochen steht das Pokalviertelfinale zwischen dem FC Bayern und dem BVB an. Wäre es möglich, dass dieses Gerücht gezielt zum jetzigen Zeitpunkt gestreut wurde, um vor dem Spiel Unruhe ins Dortmunder Umfeld zu bringen? Völlig abwegig ist das nicht und es ist durchaus ein probates Mittel, das im Profifußball immer mal angewendet wird, wenn man einen Gegner insgeheim etwas fürchtet. Und die Vorstellung ist nach inzwischen sechs nicht gewonnenen (davon fünf verlorenen) Pflichtspielen gegen Dortmund nicht absurd.

Nichts ist sicher, bis auf eine Sache: Lewandowski nervt langsam ungemein. All diese unendlichen Transfer-Sagas nerven so sehr, dass man irgendwann den betreffenden Spieler höchstpersönlich mit der Schubkarre bis nach Madrid fahren würde, wenn nur endlich Ruhe wäre. Auch zum Thema Lewandowski hört man von vielen BVB-Fans mittlerweile nur noch ein genervtes „Dann soll er halt gehen, wenn es ihm hier nicht gefällt!“

Lewandowski nervt

Das Problem ist sein sportlicher Wert. Wenn er geht, wird er nur sehr schwer zu ersetzen sein. Eine adäquaten und bezahlbaren Ersatz zu finden, dürfte eine Mammutaufgabe für Sportdirektor Michael Zorc werden. Julian Schieber macht bisher leider nicht den Eindruck, als könne er ein gleichwertiger Ersatz sein.

Die Zeichen bei Lewandowski stehen jedenfalls auf Abschied. So oder so ist zu hoffen, dass er bald mal die Karten auf den Tisch legt und sich entscheidet, ob er geht oder bleibt.

Großkreutz verlängert

Ein anderer Spieler hat das am Dienstag getan: mitten in das Gerüchtekarussell platzte am frühen Abend dann noch die erfreuliche Nachricht, dass Kevin Großkreutz seinen Vertrag bis 2016 verlängert hat. Eine wichtige Personalie, denn neben seinem sportlichen Wert ist der Identifikationsfaktor bei ihm natürlich ungleich höher als bei allen anderen Spielern.  Die Verhandlungen gingen doch zügiger als allgemein angenommen, denn der „Dortmunder Jung“ hat es in dieser Saison nicht leicht und sitzt häufiger als ihm lieb ist, auf der Bank. Zuletzt war er immer wieder mit Liverpool in Verbindung gebracht worden und er macht selbst auch keinen Hehl daraus, dass ihn die Premier League reizt. Vorerst hat er sich aber für die Heimat und gegen das Abenteuer entschieden und bleibt seinem Herzensverein weiter treu.

„Ich bin glücklich, weiter für Schwarzgelb zu spielen. Borussia Dortmund war immer mein erster Ansprechpartner, und ich werde alles geben, um mit der Mannschaft erfolgreich zu sein. Ich war, bin und bleibe Borusse“ , kommentierte er die Vertragsverlängerung.

Kevin Großkreutz bleibt also Borusse, Robert Lewandowski wird wohl nicht mehr lange einer sein. Doch einen großen Unterschied gibt es in dieser Hinsicht zwischen den beiden Spielern sowieso: Großkreutz wäre im Herzen auch dann ein Borusse geblieben, wenn er gegangen wäre, Lewandowski hingegen war es irgendwie noch nie. Dass dies nicht nur daran liegt, dass Ersterer gebürtiger Dortmunder ist und Zweiterer nicht, zeigen genügend Beispiele anderer Spieler in der BVB-Mannschaft.

BVB behält im Spitzenspiel die Oberhand: 3:2 in Leverkusen

Wenn der Zweite gegen den Dritten spielt, gilt das gemeinhin als Spitzenspiel. Oft genug präsentieren sich solche Spiele dann als müde, von der Taktik geprägte Kicks, die den Zuschauer einschläfern und die am Ende 0:0 ausgehen, weil die Mannschaften sich gegenseitig neutralisieren.

Auch am Sonntagabend spielte der Zweite gegen den Dritten – und auch nach dem Spiel bekleiden beiden Mannschaften noch die Plätze 2 und 3 der Tabelle. Allerdings konnte der BVB den Werksclub durch den knappen 3:2-Sieg einkassieren und wurde von den Journalisten prompt zum nun „ersten Bayern-Jäger“ erklärt.

Das Spiel indes hielt, was es im Vorfeld versprach. Beide Mannschaften präsentierten sich in exzellenter Verfassung und überzeugten mit aggressivem Pressing und blitzschnellem Umschalten – allerdings nicht zur gleichen Zeit. Zwei so unterschiedlich Halbzeiten hat der BVB tatsächlich schon lange nicht mehr gespielt.

Mitch darf ran

Kurz vor dem Spiel wurde bekannt, dass die etatmäßigen Nummer 1, Roman Weidenfeller, bereits den Rückweg nach Dortmund angetreten hatte. Ein heftiger Infekt hatte den Torwart erwischt und zum Beweis postete er auch kurz darauf ein Foto bei Facebook, dass ihn auf der Couch liegend, aber immerhin mit BVB-Schal zeigte. Somit kam Mitch Langerak mal wieder zu einem Bundesliga-Einsatz und Jürgen Klopp kommentierte die Personalie vor dem Spiel süffisant: „Mitch pickt sich immer die Rosinen raus.“ München, Hamburg, Pokalfinale, jetzt Leverkusen….. ja, da ist was dran!

Langerak sollte noch genügend Gelegenheit bekommen, sein Können unter Beweis zu stellen, was allerdings in der ersten Halbzeit nicht absehbar war. Bereits nach drei Minuten klingelte es im Kasten der Leverkusener: Robert Lewandowski spielte einen Traumpass auf Marco Reus und der lupfte die Kugel über Bayer-Keeper Bernd Leno ins Netz. Ein furioser Start, zumal bereits in der ersten Minute auch Leverkusen eine gute Torchance durch Gonzalo Castro vergeben hatte.

2:0 nach 09 Minuten

Ehe die Leverkusener so richtig begriffen hatten, was da passiert war, stand es auch schon 2:0 für den BVB: Leno holte Lewandowski im Strafraum von den Beinen und Jakub Blaszczykowski verwandelte den Elfmeter gewohnt sicher. Der BVB führt mit zwei Toren Unterschied und es waren gerade einmal 09 Minuten gespielt. Bis hierher war das außerdem eine hundertprozentige Chancenverwertung. Borussia dominierte das Spiel über die komplette erste Halbzeit, Leverkusen versuchte, dagegen zu halten, war aber sichtlich gefordert.

Die zweite Halbzeit sollte dann ein völlig anderes Gesicht haben: Leverkusen wechselte Sidney Sam ein und kam aus der Kabine wie die Feuerwehr und kam schon in den ersten paar Minuten zu einigen Großchancen, bei denen sich Langerak auszeichnen konnte. Zuvor hatte er durch einige Faustabwehr-Aktionen zumindest nicht so souverän wie Weidenfeller gewirkt (was bei der mangelnden Spielpraxis natürlich auch kein Wunder ist), doch in dieser Phase rettete er den BVB mit einigen Glanztaten.

Leverkusen überlegen

In der 58. Minute war er dann aber auch machtlos: Stefan Kießling legte quer auf Reinartz und der versenkte zum 1:2. Jetzt war Leverkusen am Drücker und hatte Blut geleckt. Keine fünf Minuten später fiel das 2:2, wieder durch Reinartz – sonst nicht gerade ein Goalgetter. Doch auch der BVB zeigte nun seine Klasse: während die Leverkusener noch im Jubelmodus waren, starteten die Dortmunder den Gegenangriff Götze wurde elfmeterreif gefoult, Schiri Aytekin entschied auf Vorteil und Lewandowski versenkte den Abpraller zum 3:2.

Kurz darauf wurde Lewandowski wieder im Strafraum gefoult, wieder gab es richtigerweise Elfmeter für den BVB. Doch diesmal scheiterte Kuba an Leno, was den Leverkusenern noch mal Luft und Hoffnung für die Schlussphase gab. Bayer drängte auf den Ausgleich, der BVB geriet ins Schwimmen und konnte nur vereinzelt für Entlastung sorgen. Klopp brachte für die Schlussphase dann Kevin Großkreutz und stellte auf ein 4-3-2-1 um. Vielleicht hätte er diese Maßnahme schon etwas eher ergreifen sollen, dann wären den BVB-Fans vielleicht einige graue Haare erspart geblieben.

Ein echtes Spitzenspiel

So zitterte sich der schwarzgelbe Anhang dem Schlusspfiff entgegen. Noch kurz vor dem Schlusspfiff setzte Andre Schürrle einen Kopfball knapp neben das Dortmunder Tor. Dann war es überstanden, der BVB fuhr den etwas glücklichen Sieg am Ende nach Hause.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass sich dort wirklich zwei Spitzenmannschaften gegenüber standen. Der BVB-Sieg mag am Ende etwas glücklich gewesen sein, war aber dennoch nicht unverdient, weil er gerade in der ersten Halbzeit die reifere Spielanlage gezeigt hatte und in einer schlechten Phase nach dem Leverkusener Doppelschlag immerhin direkt zurück gekommen war. Auch in der Folge, als Bayer einen irrsinnigen Druck erzeugte, wankte man, hielt aber letztlich stand.

Das Spitzenspiel hatte gehalten, was es im Vorfeld versprochen hatte. Ein ungefährdeter Sieg ist ja auch was Schönes, doch solche Siege sind am Ende irgendwie noch intensiver. Der BVB rückt auf Platz 2 der Tabelle vor und kann die Bayern-Jagd, sofern man angesichts 12 Punkte Rückstand davon überhaupt sprechen kann – am nächsten Samstag im Heimspiel gegen Hamburg in Angriff nehmen.

Leverkusen: Leno – Carvajal, Wollscheid, Toprak, Boenisch – Bender, Reinartz (87. Milik), Rolfes (46. Sam) – Castro (79. Hegeler), Kießling, Schürrle
BVB: Langerak – Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Schmelzer – Gündogan (90.+3 Schieber), Bender – Blaszczykowski (80. Großkreutz), Götze (90. Kehl), Reus – Lewandowski
Tore: 0:1 Reus (3.), 0:2 Blaszczykowski (9./Foulelfmeter), 1:2 Reinartz (58.), 2:2 Reinartz (62.), 2:3 Lewandowski (63.)
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Boenisch (4), Carvajal (6), Leno (1), Reinartz (6), Toprak (5) / Langerak (1)
Besonderes Vorkommnis: Leno (Bayer Leverkusen) hält Foulelfmeter von Blaszczykowski (70.)

Martin Kind, das Gießkannenprinzip und die Grundrechte des Menschen

Was ist bloß mit dem deutschen Fußball los? Seit fast einem Jahr vergeht kaum eine Woche, ohne dass die „Sicherheitsdebatte“ nicht in irgendeiner Form weiter geführt wird. Mittlerweile kriegt man Gänsehaut bei jedem kleinen Vorfall, egal ob das Pyrotechnik im Block ist oder gewalttätige Auseinandersetzungen im Rahmen von Fußballspielen – sicher in der Schwere nicht gleichzusetzen, das soll hier ausdrücklich betont werden. Eine Gänsehaut, weil man schon weiß, was daraus wieder gemacht wird. Weiterlesen

Lewandowski vs. Lewandowski: BVB gastiert beim Pharma-Konzern

Ach, war das ein Schock, als letztes Jahr im Sommer plötzlich alle Gazetten mit der Schlagzeile „Lewandowski unterschreibt in Leverkusen“ aufwarteten. Da rutschte manch einem BVB-Fan schon das Herz kurz in die Hose und man dachte sich: „Nein, nein, nein. Komm schon, Robby. Manchester United, na meinetwegen, aber Vizekusen?! Forever Number Two? Das kannst du doch nicht wollen!“

Wollte er auch nicht. Robert Lewandowski spielt bekanntlich immer noch bei Borussia Dortmund, auch wenn nicht so ganz klar ist, wie lange noch. Fast genau so regelmäßig wie angeblich fixe Transfers des polnischen Knipsers – meistens zu ManU – vermelden die Nachrichten ebenfalls angeblich fixe Einigungen mit potenziellen Nachfolgern. „The daily Robert“ taufte der Reviersport dieses Phänomen unlängst.

Duell der Topstürmer

Aber zurück zu Thema. Es war nicht Robert, sondern Sascha Lewandowski, der bei Leverkusen unterschrieb. Und zwar einen Drei-Jahres-Vertrag für den Trainerposten, den er zusammen mit dem Finnen Sami Hyypiä übernahm. Fürs Toreschießen braucht Leverkusen ohnehin niemanden, da sind sie mit Stefan Kießling seit Jahren äußerst luxuriös besetzt und Joachim Löw ist zu seinem offenbar wirklich exzellenten Sturm in der Nationalmannschaft zu beglückwünschen, wenn er glaubt, es sich leisten zu können, auf Kießlings Dienste zu verzichten.

Somit kommt es am Sonntag beim Gastspiel des BVB nicht nur zum – zugegeben irgendwie indirekten – Duell zwischen Lewandowski und Lewandowski, sondern vor allem zum Duell Kießling gegen Lewandowski (womit jetzt natürlich Robert gemeint ist… ach, lassen wir das.). Ersterer hat bereits 13 mal eingenetzt in dieser Saison, Zweiterer immerhin 12 mal.

Spitzenspiel

Überhaupt ist es in jeder Hinsicht ein Spitzenspiel, schließlich empfängt der Tabellenzweite den Dritten und beide Vereine stehen für durchaus ansehnlichen Fußball. Während der BVB sich allerdings vor allem aufs Pressing und Gegenpressing verlegt, ist Bayer Leverkusen vor allem stark im Kontern, allerdings weniger darin, das Spiel selbst machen zu müssen. Hinter Kießling wird es dann mit Gonzalo Castro und Andre Schürrle, Lars Bender (der Zwillingsbruder von Iron Manni) und Simon Rolfes auch nicht signifikant schlechter. Eine kompakte Defensive wird also noch wichtiger sein als in den vergangenen beiden Spielen, denn Leverkusen kann auch wenige Fehler eiskalt bestrafen.

Wohl keine Wechsel

Personell wird sich beim BVB aber wohl nicht viel ändern. Denkbar ist, dass Sven „Iron Manni“ Bender in die Mannschaft rutscht und das direkte Duell mit seinem Zwillingsbruder Lars ausfechten darf. Doch eigentlich gibt es keinen Grund, Sebastian Kehl oder gar Ilkay Gündogan aus der Mannschaft zu nehmen.

Ähnlich sieht es eine Position weiter vorn aus: zugunsten der defensiven Stabilität wäre zwar die Hereinnahme von Kevin Großkreutz eine Option, angesichts der Alternativen aber auch wenig wahrscheinlich. Wen sollte man raus nehmen? Reus? Götze? Blaszczykowski? Unwahrscheinlich, vermutlich wird dieselbe Elf auflaufen wie letzte Woche Freitag gegen Nürnberg. Somit wird wohl auch Nuri Sahin zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen müssen – es sei denn, Klopp setzt sein etwas vages Gedankenspiel um und stellt das System auf drei Sechser um. Dann bliebe aber immer noch das Problem, dass man einen von den drei offensiven Mittelfeldspielern heraus nehmen müsste. Sollte das so kommen, wäre Reus wohl noch der wahrscheinlichste Kandidat.

Sportlich dürfte die Zuschauer eine Partie auf Augenhöhe erwarten. Nur zwei Punkte trennen die Kontrahenten, mit einem Sieg würde sich der BVB auf Platz zwei der Tabelle vorschieben.

Lewandowski und das Ruhrgebiet

„Spitze“ ist außerdem auch die Leverkusener Preisgestaltung: 73 Euro wollte der Werksclub für seine teuersten Sitzplatzkarten im Gästebereich kassieren. Es wäre ein gutes Zeichen, wenn diese Plätze leer blieben. Das sind ja beinahe Hamburger Verhältnisse.

Noch einmal zu Lewandowski, diesmal aber zu Sascha: seine Namensgleichheit mit dem Topstürmer des BVB ist übrigens nicht seine einzige Verbindung ins Ruhrgebiet. Er ist am 5. Oktober 1971 geboren und zwar in welcher schönen Stadt? Genau, in Dortmund.

Wenn Marcel Reif das am Sonntag nicht erwähnt, wäre das echt enttäuschend.

Die voraussichtliche Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Santana, Piszczek – Gündogan, Kehl – Reus (Sahin), Götze, Blaszczykowski – Lewandowski