Eine BVB-Woche: Der Pokal-Blues, das Mittel zum Vergessen und der grippale Infekt

Englische Wochen sind immer Balsam für die Seele: wenn man gewonnen hat, freut man sich, dass man drei Tage später schon die Gelegenheit bekommt, noch einen drauf zu setzen. Wenn man verloren hat, ist die englische Woche eine Art Mittel zum Vergessen.

Als BVB-Fan surft man seit einigen Jahren zwar mehrheitlich auf der Sonnenseite des Fußballbetriebes, doch gelegentlich nutzen auch wir die englische Woche als Mittel zum Vergessen. Dieses wundersame Mittel hat bei der Verfasserin dieser Zeilen erstaunlich schnell nach der 0:1-Niederlage im DFB-Pokal gegen die Bayern eingesetzt. Sie „vergaß“ also tatsächlich, ihrer Chronistenpflicht nachzukommen und einen Bericht über das Spiel zu schreiben. *hüstel*

Das Bayern-Spiel im Protokoll

Deshalb soll das an dieser Stelle ganz kurz nachgeholt werden. Das Protokoll des Spiels in München – auf das Wesentliche reduziert, denn der Verfasserin fehlt nach wie vor die Motivation, den Mist auch noch auszuformulieren.

Erste Halbzeit:

  • Mats Hummels kann nicht spielen (Infekt), für ihn Santana in der Startelf
  • BVB agiert in einer Art 4-3-3-System, wobei Großkreutz eine der Sechser-Positionen übernimmt und wohl bei eigenem Ballbesitz ins offensive Mittelfeld rutschen soll, so dass daraus ein 4-2-3-1 wird → die Pointe nehme ich vorweg: eigene Angriffe des BVB gab es so gut wie gar nicht in der ersten Halbzeit
  • Bayern spielt aggressiv, BVB spielt, als hätte er die Hosen voll
  • richtige Torchancen auch für Bayern Mangelware
  • Schmelzer legt einen eigentlich schon geklärten Ball vor Robbens Füße, der haut ihn rein, 1:0 für Bayern

Pause

Zweite Halbzeit:

  • BVB hat in der Halbzeit zumindest mal die Hosen weitgehend entleert
  • nach 10 Minuten schon mehr BVB-Angriffe als in der ganzen ersten Halbzeit
  • Bayern wirkt plötzlich längst nicht mehr so überlegen
  • BVB fehlt aber die zündende Idee, strahlt wenig Kreativität aus (trotz geballter Offensive mit Götze, Reus und Blaszczykowski, der nach einer Stunde für Großkreutz kam)

Das war’s. Abpfiff. Die Bayern feiern einen deutlichen und vernichtenden 1:0-Kantersieg über den BVB ab, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. Uli Hoeneß säuselt mit zufriedenem Grinsen irgendwas von „Vormachtsstellung“ in die Kameras. Als hätten sie die je eingebüßt, nur weil sie mal zwei Jahre keinen Titel gewonnen haben.

Zu wenig für München

Es bleibt das Fazit, dass es an diesem Abend durchaus möglich gewesen wäre, in München zu gewinnen, denn überirdisch wirkten die Bayern keineswegs. Doch wenn man die komplette erste Halbzeit verpennt, ohne Mut und Mumm spielt und dann am Ende keine Ideen hat, dann kann man in München in dieser Saison nicht gewinnen. Und ein Beleg für die hohe Klasse des BVB ist wohl das verhältnismäßig knappe Ergebnis. Es gab schon Mannschaften in dieser Saison, die sich mit einer solchen Leistung in München fünf oder sechs Gegentore gefangen haben.

En passant gab BVB-Sportdirektor Michael Zorc vor dem Spiel übrigens im Gespräch mit dem TV-Sender Sky bekannt, dass Robert Lewandowski seinen Vertrag beim BVB nicht verlängern wird. Was für eine Sensation!!! Nicht.

Genug von diesem unseligen Bayern-Spiel. Titel auf nationaler Ebene haben sich nun erledigt für den BVB, jetzt könnte man theoretisch ja mal ganz befreit auf spielen und …. naja…. vielleicht Hannover weg hauen.

Teures Hinspiel

Das letzte Aufeinandertreffen mit Hannover im Westfalenstadion endete frustierend und mit dem Pokal-Aus für die „Roten“ und mit einer 5-Tore-Gala für den BVB, der damit ein schönes Sahnehäubchen auf das Double-Jahr 2012 setzte und sich würdig in die Winterpause verabschiedete.

Das Hinspiel in der Liga endete freilich nur 1:1 und dieses Remis musste der BVB damals teuer bezahlen: Gleich mehrfach musste die Borussia verletzungsbedingt wechseln, Kuba fehlte nach diesem Spiel sogar ganze sechs Wochen. Es bleibt dabei, in Hannover tut der BVB sich traditionell einfach schwer. Die Begegnungen im Westfalenstadion liefen dagegen aus BVB-Sicht in den letzten Jahren deutlich erfreulicher. Die letzten drei Heimspiele in der Liga gewannen die Schwarzgelben jeweils deutlich.

Volles Lazarett bei Hannover

Hannover flog letzte Woche gegen den neureichen russischen Klub Anschi Machatschkala aus der Europa League, frühstückte am letzten Wochenende dafür den Hamburger SV mit 5:1 ab. Die Niedersachsen haben derzeit allerdings mit einem voll besetzten Lazarett zu kämpfen. Die Ausfall-Liste ist mit Stindl, Andreasen, Huzti, Cherundolo, Eggimann, Felipe, Franca und Diouf extrem lang und durchaus prominent besetzt. Mit dem Winter-Neuzugang Franca gibt es sogar einen Fall von Tuberkulose im hannöverschen Lager – eine Krankheit, die man in Deutschland gefühlt seit der Hyper-Inflation 1923 irgendwie gar nicht mehr so auf dem Schirm hat. Schwer wiegt sicherlich auch der Ausfall des ungarischen Spielmachers Huzti und des Topstürmers Diouf.

Vitamin-Kur für den BVB?

Besser als bei den Niedersachsen sieht es im BVB-Lazarett aus: dort langweilt sich im Moment relativ einsam Patrick Owomoyela mit seinem Knochenödem. Mats Hummels ist mit seinem Infekt auch noch fraglich, allerdings besteht bei ihm noch eine geringe Chance, dass er am Samstag auflaufen kann.

An dieser Stelle muss mal die Frage erlaubt sein: kann man den BVB-Spielern nicht vielleicht mal eine Vitamin-C-Kur verabreichen? Stellt den Jungs doch mal ein paar Äpfel hin! Das ist ja langsam nicht mehr normal, jede Woche fällt ein anderer wegen eines grippalen Infektes aus: Erst erwischt es Piszczek und Weidenfeller, dann verbringt Großkreutz gar ein ganzes Wochenende im Krankenhaus und nun liegt Mats Hummels flach. Es wird wirklich Zeit, dass der Frühling kommt!

Lewandowski-Sperre reduziert

Eine gute Nachricht – für jeden im BVB-Lager außer für Julian Schieber – gab es am Freitag vom DFB-Bundesgericht. Die zweite Berufung des BVB im Fall Lewandowski war wider Erwarten erfolgreich. Das Gericht stellte zwar weiterhin „rohes Spiel“ des Polen fest, erklärte aber, dass keine Absicht zu erkennen gewesen sei und reduzierte seine Sperre folgerichtig von drei auf zwei Spiele. Lewandowski darf gegen Hannover also wieder spielen und wird dies auch – sofern ihn nicht innerhalb der nächsten Stunden noch ein grippaler Infekt überfällt. Er sollte bis zum Anpfiff am besten nur noch Zitrusfrüchte essen.

Die voraussichtliche Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Santana (Hummels), Subotic, Piszczek – Gündogan, Kehl (Bender) – Reus, Götze, Blaszczykowski – Lewandowski

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3 Gedanken zu „Eine BVB-Woche: Der Pokal-Blues, das Mittel zum Vergessen und der grippale Infekt

  1. Dieses Stichpunktartige ist echt der beste Weg, das blöde Pokalspiel zu beschreiben! Was ich noch hinzufügen möchte: Wir können uns schon bei Weidenfeller bedanken, dass es nicht höher ausgegangen ist. Egal, jetzt Hannover und das muss und wird klappen!

  2. Pingback: Ohne Glück im DFB-Pokal Viertelfinale: Bayern München – Borussia Dortmund 1:0 (1:0) > Borussia Dortmund > Bayern München, BVB, DFB-Pokal, Saison 20122013

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