3:0 gegen Donezk: BVB ist reif für die Königsklasse

Was für ein Abend im Westfalenstadion! Es war eine ganz besondere Soiree, die Borussia Dortmund am Dienstag im alterwürdigen Tempel geschmissen hatte und das war auch allen Anwesenden klar. Die Südtribüne hatte sich mit etlichen schwarzgelben Fähnchen und Lametta aus Zeitungspapier extra fein gemacht für den speziellen Anlass, die Sitzer (zu denen aufgrund der Champions-League-Option-Regelung für Südtribünen-Dauerkarten auch die Verfasserin gehörte) standen zeitweise mehr als dass sie saßen und nahmen brav am rituellen Tanz gegen Ende des Spiels teil. Und die Mannschaft hatte das schönste Gesicht aufgesetzt, dass sie in dieser Saison im Schrank hat: das Champions-League-Gesicht.

Auch etwa 800 in knall-orange gewandete Gäste aus der Ukraine hatten sich die Ehre gegeben, allerdings nahm sich ihr Häufchen in dem großen Gästeblock doch vergleichsweise etwas mickrig aus. Allerdings feuerten die paar Leutchen ihre Mannschaft doch relativ kräftig an.

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Santana mit dem Kopf

Die in weiß gekleidete Donezker Mannschaft legte zu Beginn relativ mutig los. Nach dem 2:2 im Hinspiel war sie natürlich in Zugzwang und man merkte ihr an, dass sie ein frühes Tor erzwingen wollte. Daraus ergaben sich frühzeitig Räume zum Kombinieren für die Dortmunder und einige gute Torchancen. Doch weder Lewandowski (12.) noch Götze (16.) noch Blaszczykowski (26.) konnten den Ball im Tor unterbringen. Eine Standardsituation brach schließlich den Bann: Mario Götze trat eine Ecke in der 27. Minute zentral vors Tor und der zuletzt öfter gescholtene Innenverteidiger Felipe Santana, der wieder anstelle des erkrankten Mats Hummels spielte, flog durch den Strafraum und knallte das Ding mit dem frisch rasierten Kopf perfekt in die Maschen. Schulbuchmäßig.

Der BVB riss das Spiel nun immer mehr an sich. Folgerichtig fiel zehn Minuten später das 2:0 und diesmal war das Tor schön heraus gespielt. Robert Lewandowski setzte sich auf der rechten Seite durch, zögerte kurz und flankte dann perfekt in die Mitte, wo Mario Götze sich gegen seinen Gegenspieler durchsetzte und zum 2:0 einschoss.

Leise Zweifel

Zur Pause stand es also 4:2 für Borussia, beide Spiele zusammen genommen. Doch die Europa-Pokal-Arithmetik ist eben eine Besondere: Donezk hätte nur zwei Tore schießen müssen, dann hätte es Verlängerung gegeben und wer weiß, was dann passiert wäre.

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Leider scheint es im Moment beim BVB ja auch nicht völlig unmöglich, dass er mal zwei Tore kassiert. Deshalb konnte man zur Pause zwar schon ziemlich zuversichtlich sein, aber noch nicht vollends beruhigt.

Leise Zweifel bestätigten sich kurz nach Wiederanpfiff, als Douglas Costa zuerst Schmelzer davon lief und dann auch Torschütze Santana kurz nicht ganz auf der Höhe war. Schon kurz vor der Pause hatte Weidenfeller eine verunglückte Flanke, die plötzlich zu einem gefährlichen Torschuss wurde, herausgekratzt und auch in dieser Situation hatte der BVB Glück.

Kuba macht das dritte Tor

Spätestens jetzt war klar, dass Donezk sich noch keineswegs aufgegeben hatte und mit Macht die zwei Tore erzwingen wollte. Und jedem BVB-Fan wurde klar, dass dieses Spiel noch nicht durch war. Donezk wurde jetzt stärker, witterte seine Chance. Doch nach 57 gespielten Minuten machte der BVB dann alles klar. Einen Schuss von Ilkay Gündogan ließ der ukrainische Torwart Pyatov abprallen, Jakub Blaszczykowski war zur Stelle und schoss das 3:0.

Der Jubel im Stadion war unvorstellbar, denn nun war allen klar: der BVB wird sich die Butter an diesem Abend nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Schachtjor Donezk war sicher ein starker und unangenehmer Gegner, der auch phasenweise immer wieder seine Gefährlichkeit unter Beweis stellte, doch der BVB präsentierte sich in beiden Spielen einfach deutlich abgezockter und überlegener.

Sololauf von Reus

Der BVB-Sieg hätte auch noch höher ausfallen können: Götze hatte noch eine gute Torchance, auch der eingewechselte Kevin Großkreutz scheiterte nach einem sehenswerten Konter mit einem platzierten Schuss knapp an Pyatov. In der 79. Minute packte Marco Reus der Übermut und er lieferte den 65.829 Zuschauern noch einmal eine tolle Szene: er startete einen rasanten Sololauf und überlief mehrere Gegenspieler. Leider wurde auch diese gute Aktion nicht mit einem Tor belohnt.

In der 80. Minute hatte die Südtribüne das Spiel abgehakt und die Konzentration auf Samstag begann: „Am Tag als der FC Scheiße starb“ und andere martialische Gassenhauer waren nun Programm, schließlich steht in nur drei Tagen das „Spiel der Spiele“ an.

Jubel

Der Rest war Jubel. Das Westfalenstadion feierte seine Champions-League-Helden ausgiebig und manch einer musste es sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: Viertelfinale. Der BVB ist im Viertelfinale der Champions League. Wer hätte das nach der Auslosung der Gruppenphase für möglich gehalten?

Die Spieler mussten vor der Süd Platz nehmen („HINSETZEN“) und die Feierei fiel diesmal etwas ausgiebiger aus als sonst in dieser Saison. Nach einer Ehrenrunde der Mannschaft leerte sich das Stadion aber allmählich.

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Wer schwarz und gelb trug, ging an diesem Abend glücklich nach Hause. Doch allzu lange kann man sich auf diesem Abend nicht ausruhen. Am Samstag kocht der Pott, es steigt die „Mutter aller Derbys“ und der BVB kann dieser Woche die Krone aufsetzen.

Aufstellung BVB: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Felipe Santana, Schmelzer – Gündogan (82. Sahin), S. Bender (46. Kehl) – Blaszczykowski (70. Großkreutz), M. Götze, Reus – Lewandowski

Aufstellung Donezk: Pyatov – Srna, Rakytskyy, Kucher, Rat – Fernandinho , Hübschman (82. Stepanenko) – Alex Teixeira , G. Mkhitaryan , Taison (46. Douglas Costa) – Luiz Adriano

Tore: 1:0 Felipe Santana (31., Kopfball, M. Götze), 2:0 M. Götze (37., Rechtsschuss, Lewandowski), 3:0Blaszczykowski (59., Rechtsschuss, Gündogan)

Gelbe Karten: Kucher (4)

Schiedsrichter: Skomina (Slowenien)  

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