BVB-Frustabbau gegen Freiburg?

Zumindest Eines ist seit Freitag, kurz nach 12, schon mal gewiss: der nächste Champions-League-Gegner des BVB heißt FC Malaga. Auch wenn man bei einer Mannschaft, die es ins Viertelfinale der Champions League geschafft hat, mit Sicherheit nicht mehr von einem „leichten“ Gegner sprechen kann, so hätte Dortmund das Los doch auch noch deutlich härter treffen können.

Schließlich waren auch noch Barcelona, Real Madrid, Paris St. Germain, der FC Bayern oder auch Juventus Turin (mit denen ebenjene Bayern es zu tun bekommen) im Lostopf. Dazu kommt, dass Borussia in der ersten Aprilwoche zuerst in Spanien antreten muss und das Rückspiel dann vor heimischer Kulisse ausgetragen wird, was allgemein immer als leichter psychologischer Vorteil gewertet wird.

Bundesliga-Alltag

Das Viertelfinale liegt allerdings vorerst in weiter Ferne, nun steht der Bundesliga-Alltag auf dem Programm – der dem BVB in dieser Saison ja durchaus nicht so leicht von der Hand (bzw. vom Fuß) geht wie die Königsklasse. Die Woche stand im Zeichen der Derby-Niederlage vom letzten Wochenende.

Die Reaktionen der Fans waren durchaus gemischt. Die einen kritisierten die Mannschaft scharf (so auch die Verfasserin in einem Artikel), andere kritisierten gar unter der Gürtellinie, andere waren in erster Linie enttäuscht und freuen sich kaum auf das Heimspiel am Samstag – und wieder andere fanden das alles gar nicht so schlimm oder schrieben den Spielern sogar Nachrichten á la „Kopf hoch Jungs, wird schon wieder“ auf die Facebook-Pinnwand. Viele konnten sich auch über die Niederlagen mit den extrem erfolgreichen letzten beiden Jahren hinweg trösten. Um einmal die Bundeskanzlerin Angela Merkel zu zitieren: „In Deutschland werden Sie kaum drei Menschen finden, die der gleichen Meinung sind.“ Für das letzte Derby gilt das definitv.

Ein guter Gast

Nun kommt der SC Freiburg ins Westfalenstadion – ein Klub, der in den letzten Jahren sowohl an unserem 100. Geburtstag als auch an unserer Meisterfeier in der letzten Saison teilnahm und sich stets als anständiger Gast erwies: er ließ die drei Punkte rücksichtsvollerweise immer beim Gastgeber. Unvergessen sind die Meisterfeierlichkeiten im Mai 2012 in der Dortmunder Innenstadt, an denen sich die Freiburger so fröhlich und ausgelassen beteiligten als hätten sie selbst einen Titel gewonnen und nicht bloß den Klassenerhalt gesichert.

Einst verband Dortmund und Freiburg eine Fanfreundschaft und auch wenn Fanfreundschaften heutzutage out sind, so spürt man ihre Nachwirkungen in den Spielen gegen Freiburg durchaus noch ein wenig. Der SC Freiburg hat unter Christian Streich ein junges, schlagkräftiges Team zusammengestellt und so ist der Abstiegskampf in dieser Saison auch kein Thema. Im Gegenteil, die Blickrichtung geht eher Richtung Europa- League-Plätze – auch wenn man sich im Breisgau damit so gar nicht anfreunden mag und regelrecht ein wenig Angst davor zu haben scheint. Tatsache ist aber: wenn sie so weiter spielen, dann müssen sie nächste Saison Europa League spielen. Ob sie wollen oder nicht.

Personeller Engpass

Christian Streich gilt mit seinen unkonventionellen Ansichten und gelegentlichen Temperamentsausbrüchen, die so gar nicht zu seinem gemütlichen, südbadischen Dialekt passen wollen, ebenso als Unikat wie Jürgen Klopp. Bescheiden warnt er davor, seine Mannschaft zu sehr hochzujubeln.

Personell gibt es beim BVB einen gewissen Engpass auf der Sechser-Position. Sebastian Kehl schlägt sich immer noch mit einer gebrochenen Rippe herum. Für ihn wird es wohl nicht reichen. Sven Bender plagt ein Infekt, er ist fraglich. Wenn er ausfällt, wird mit einiger Sicherheit Nuri Sahin, der im Derby nach seiner Einwechslung einen guten Eindruck hinterließ, für ihn spielen. In der Innenverteidigung spielt Felipe Santana, da Hummels sich im Derby eine schwerere Verletzung zuzog, mit der er einige Wochen fehlen wird.

Man darf gespannt sein, wie sich der BVB nach der Pleite im Derby vor heimischer Kulisse präsentiert.

Die voraussichtliche Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Santana, Schmelzer – Gündogan, Bender (Sahin) – Reus, Götze, Blaszczykowski – Lewandowski

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