BVB gewinnt gegen Freiburg: Drei Punkte und ein Kopfschütteln

Wenn der BVB zur Pause 3:1 führt und dennoch viele Fans mit konsterniertem und säuerlichem Gesichtsausdruck am Bierstand stehen, dann ahnt man schon: dieses Spiel war mal wieder alles andere als normal!

Es bleibt dabei, die Mannschaft hat derzeit eine Neigung, die erste Halbzeit komplett zu verschlafen. Auch gegen Freiburg waren es in den ersten 40 Minuten nur die Gäste, die gefällig kombinierten, zu guten Torchancen kamen und völlig verdient mit 1:0 führten. Der BVB agierte relativ ideenlos und ohne Esprit. Es ist ein Rätsel weshalb die erste Halbzeit neuerdings völlig an der Mannschaft vorbei geht. Gut möglich, dass sie sich nach dem miserablen Derby selbst so unter Druck setzten, dass am Ende auch erst mal nicht viel dabei herum kam. Torchancen waren jedenfalls zunächst mal Mangelware. Das Sechser-Duo Ilkay Gündogan/ Nuri Sahin litt unter Abstimmungsproblemen. So war es nicht überraschend und schon mal gar nicht unverdient, dass Schmid in der 28. Minute die Freiburger Führung erzielte.

Fünf Minuten Irrsinn

Der Irrsinn begann in der 41. Minute. Nuri Sahin trat einen Freistoß aus dem Halbfeld perfekt auf Robert Lewandowski und der Pole köpfte ein. Jubel und Erleichterung im Westfalenstadion, doch es war noch nicht vorbei. In der 44. Minute nutzte Sahin das Chaos der Freiburger Hintermannschaft aus und schoss trocken zum 2:1 ein. Ein schönes Tor von Sahin, sein erstes für den BVB seit seiner Rückkkehr. Doch noch bevor die Fans den Torschützen ausgiebig feiern konnte, tauchte wieder Lewandowski vor SC-Keeper Baumann auf und plötzlich stand es 3:1 – Saisontor Nummer 19 für Dortmunds Nummer 9. Der Spielverlauf war endgültig auf den Kopf gestellt.

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Die Mannschaft wurde mit Jubel und Applaus in die Pause verabschiedet, während die Freiburger geschockt in die Kabine schlichen. Es stand 3:1 für den BVB und eigentlich wusste keiner so richtig, warum.

Elfmeter zurückgenommen

In der zweiten Halbzeit gab der BVB das Heft nicht mehr aus der Hand. Die Hausherren dominierten, die Freiburger wirkten etwas platt und wohl auch etwas demoralisiert aufgrund der letzten fünf Minuten in der ersten Halbzeit. Dortmund wollte schnell das vierte Tor nachlegen und den Sack endgültig zu machen und kam zu guten Chancen durch Marco Reus, Sahin und Mario Götze.

In der 71. Minute entschied Schiedsrichter Weiner auf Elfmeter für den BVB, nachdem Götze in einem Gerangel mit Krmas zu Fall kam. Nach Absprache mit seinem Assistenten nahm er diese Entscheidung allerdings wieder zurück – durchaus vertretbar, ein klarer Elfmeter war es auf keinen Fall. Den BVB beeindruckte das wenig, nur eine Minute später schoss erneut Sahin das 4:1. Nach einem abgeblockten Schuss von Blaszczykowski trat er den Ball artistisch ins Tor – technisch durchaus anspruchsvoll.

Bittencourts Torpremiere

Jetzt war das Spiel endgültig durch. Eine schöne Geschichte gab es aber noch, als der eingewechselte Leonardo Bittencourt nach Lewandowski-Vorlage zum 5:1 einschob. Das erste Bundesliga-Tor für den jungen Neuzugang, der am selben Tag wie Borussia Dortmund Geburtstag hat und bisher relativ wenig Einsatzzeit in dieser Saison in der Profimannschaft bekommen hat. Der Mann des Tages war aber sicherlich Nuri Sahin, der sich mit zwei Toren und einer Torvorlage eindrucksvoll zurückgemeldet hat und offenbart hat, dass er in den letzten beiden Jahren nichts von seiner Klasse eingebüßt hat.

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Auch Lewandowski ist hervorzuheben. Der Pole schoss seine Saisontore 18 und 19 und langsam ist man geneigt, Aki Watzke zuzustimmen, wenn dieser sagt, dass Lewandowski in der kommenden Saison möglicherweise mehr einspielt, als er durch seine Ablösesumme in die Vereinskasse spülen würde. Am Ende war es dann doch eine Gala – auch wenn ein Rest Kopfschütteln darüber bleibt, dass die Mannschaft wieder einmal 40 Minuten brauchte, um das Spiel zu beginnen.

Video-Botschaft

Vor dem Spiel gab es eine Videobotschaft des Vereins gegen Rechts als Reaktion auf die Angriffe auf Jens Volke und Thilo Danielsmeyer beim CL-Spiel in Donezk durch Rechtsradikale. Ein gutes, aber auch längst überfälliges Signal seitens des Vereins, das mit viel Applaus und „Nazis raus“-Rufen im Westfalenstadion aufgenommen wurde.

Jetzt steht erst mal eine Länderspielpause an. Freunde der Nationalmannschaft können sich auf ein WM-Qualispiel gegen die Fußball-Weltmacht Kasachstan freuen. Alle anderen müssen zusehen, dass sie die bundesligalose Zeit irgendwie rum kriegen.

Borussia Dortmund – SC Freiburg 5:1 (3:1)

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Felipe Santana, Schmelzer – Gündogan, Sahin – Blaszczykowski (76. Großkreutz), Götze (77. Bittencourt), Reus (81. Schieber) – Lewandowski

SC Freiburg: Baumann – Günter, Ginter, Krmas, Sorg (79. Mujdza) – Schuster (71. Diagne), Flum – Schmid, Caligiuri (81. Guédé) – Kruse, Terrazzino

Schiedsrichter: Weiner (Ottenstein)

Zuschauer: 80 645 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Schmid (28.), 1:1 Lewandowski (41.), 2:1 Sahin (44.), 3:1 Lewandowski (45.+1), 4:1 Sahin (72.), 5:1 Bittencourt (78.)

Gelbe Karten: Subotic (4) / Mujdza (7), Schuster (8)   

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4 Gedanken zu „BVB gewinnt gegen Freiburg: Drei Punkte und ein Kopfschütteln

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    • Dass der BVB hinter den Kulissen da einiges tut, wollte ich auch gar nicht in Abrede stellen. Das machen sie ja teilweise auch schon seit vielen Jahren. Aber das Problem hat in letzter Zeit eben eine andere Dynamik bekommen (dadurch, dass sich die Nazis eben auch verstärkt öffentlich, teils auch im BVB-Umfeld positionieren) und ich finde, da war es höchste Zeit, dass der BVB auch einfach mal ein Zeichen nach außen hin setzt. In dieser Hinsicht war mir der Verein bis vor dem Freiburg-Spiel einfach etwas zu zurückhaltend. Aber das ist ja nun geschehen.

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