BVB fährt 6:1-Kantersieg in Fürth unter den Augen von José Mourinho ein

Nach dem aufreibenden Champions-League-Viertelfinale gegen Málaga CF wünschten sich viele BVB-Fans vor dem Gastspiel beim so gut wie sicheren Absteiger Greuther Fürth wohl vor allem eins: mal einen ungefährdeten Sieg und einen chilligen Fußball-Nachmittag. Sie bekamen ihren Wunsch erfüllt.

Vor dem Anpfiff verbreitete sich zunächst einmal die Nachricht wie ein Lauffeuer, dass tatsächlich Josè Mourinho, seines Zeichens Trainer des Halbfinalgegners Real Madrid, eigens ins beschauliche Fürth gereist sei, um Borussia Dortmund vor den beiden entscheidenden CL-Spielen noch einmal genauer in Augenschein zu nehmen. Nun ist es wohl sehr fraglich, ob „Mou“ das auch auf sich genommen hätte, wenn er nicht eh gerade zufällig für Dreharbeiten in Deutschland gewesen wäre. Denn dass diese Partie gegen den Tabellenletzten keinen allzu großen Erkenntnisgewinn bringen würde und wohl auch nicht die BVB-Mannschaft auf dem Feld stand, die Jürgen Klopp gegen Real Madrid ins Rennen schicken wird, war wohl auch dem Portugiesen klar.

Die Rotation beim BVB fiel allerdings deutlich moderater aus, als zunächst angenommen. Klopp rotierte diesmal sehr dosiert. Ilkay Gündogan spielte auf der Zehn, Mario Götze rückte für den angeschlagenen Marco Reus auf die linke Seite. Für Gündogan spielte Nuri Sahin auf der Sechs, an der Seite von Sebastian Kehl. Marcel Schmelzer bekam eine Pause verordnet, für ihn verteidigte hinten links – na, wer wohl? – Kevin Großkreutz natürlich.

Schnell entschieden

Der BVB legte gleich los wie die Feuerwehr und ließ nicht erkennen, dass der Gegner Fürth die Mannschaft nach der aufregenden Champions-League-Woche langweilte. Im Gegenteil, der BVB sprühte vor Spielfreude, vor allem Mario Götze und Jakub Blaszczykowski waren kaum zu bändigen. Borussia zerlegte den Tabellenletzten nach allen Regeln der Kunst, stieß dabei aber auch auf keine Gegenwehr. Die Fürther waren offenbar so beeindruckt von der Spielweise des BVB, dass sie bei den Toren größtenteils nur Geleitschutz lieferten.

Nach zwölf Minuten ging Borussia durch Mario Götze in Führung, nur drei Minuten später legte Ilkay Gündogan nach. Nach einer Viertelstunde war das Spiel eigentlich schon entschieden. Die Gastgeber versuchten weiter, mitzuspielen und nicht nur Schadensbegrenzung zu betreiben. Das wurde ihnen zum Verhängnis und bescherte ihnen noch vor dem Pausentee die Gegentreffer drei bis fünf an diesem Nachmittag: Götze (29./45.) und Gündogan mit seinem zweiten Treffer (33.) taten mal ordentlich was für das Dortmunder Torverhältnis.

Besseres Trainingsspielchen

Die Dortmunder Pausenführung hätte sogar noch zwei oder drei Tore höher ausfallen können, hätte Robert Lewandowski seinen Lupfer etwas tiefer gesetzt und hätte Fürths Torwart Hesl nicht gegen Blaszczykowski und Grokreutz zwei Mal sehr gut gerettet. Bis hierhin sah das alles nach einem besseren Trainingsspielchen bei frühlingshaften Temperaturen aus.

In der zweiten Halbzeit agierte Fürth konzentrierter und beherzter, ging aggressiver in die Zweikämpfe und dämmte den Dortmunder Spielfluss ein. Allerdings hatte der BVB zu diesem Zweitpunkt auch schon drei Gänge zurück geschaltet. Mario Götze war schon gar nicht mehr auf den Feld, Klopp nahm ihn nach der ersten Halbzeit raus und schickte Leonardo Bittencourt auf den Platz, der bemüht war, sich zu zeigen und sein Trikot schon nach zehn Minuten ordentlich eingesaut hatte.

Dortmund nachlässig

Dortmund ließ Fürth jetzt machen und wurde nachlässig in der Defensive. Folgerichtig kamen die Franken zu Chancen und zum Ehrentreffer durch Edgar Prib – was Klopp zu einem kurzen Wutanfall an der Seitenlinie inspirierte. In dieser Phase des Spiels agierte seine Mannschaft ihm dann doch etwas zu lässig. Nach dem Fürther Tor spielte der BVB dann auch wieder konzentrierter und wurde mit dem 6:1 durch Robert Lewandowski belohnt. Der Pole hatte die ganze Zeit darauf gelauert, seine persönliche, eindrucksvolle Serie von zehn Toren in zehn Ligaspielen hintereinander auszubauen. In Fürth gelang ihm nun die „11“ und sein 22. Saisontreffer. Wenn es so weiter geht, dann dürfte in dieser Saison wohl zumindest der Torschützenkönig der Bundesliga nach vielen Jahren mal wieder aus Dortmund kommen.

„The Special One“ sah das übrigens nicht mehr, Mourinho und sein Tross verließen nach 70 Minuten beim Stand von 5:0 für den BVB das Stadion.

Verdienter Sieg

Den Borussen war es egal. Sie brachten das Spiel ohne ein weiteres Highlight zu Ende und ließen sich verdientermaßen von den mitgereisten BVB-Fans feiern. Der Sieg war auch in der Höhe verdient gewesen, allerdings darf man die Bedeutung des Spiels auch nicht überschätzen, schließlich hat sich Fürth während der ganzen Saison nie bundesligatauglich präsentiert und leistete zudem in der ersten Halbzeit überhaupt keine Gegenwehr. Dennoch spricht es für den Charakter dieser Mannschaft, dass sie nach der CL-Woche mit all ihrer Dramatik so gut auf Bundesliga umschalten konnte und auch gegen Fürth hochmotiviert und mit Spaß zu Werke ging.

Fürth: Hesl – Varga (46. Geis), Sobiech, Kleine, Baba (38. Pledl) – Klaus, Fürstner, Petsos, Prib – Sararer (83. Azemi), Djurdjic
BVB: Weidenfeller – Piszczek, Santana, Hummels, Großkreutz – Sahin, Kehl (61. Schieber) – Blaszczykowski, Gündogan (68. Leitner), Götze (46. Bittencourt) – Lewandowski
Tore: 0:1 Götze (12.), 0:2 Gündogan (15.), 0:3 Blaszczykowski (29.), 0:4 Gündogan (33.), 0:5 Götze (45.), 1:5 Prib (71.), 1:6 Lewandowski (80.)
Schiedsrichter: Fritz (Korb)
Zuschauer: 18.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: – / Santana (3)

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2 Gedanken zu „BVB fährt 6:1-Kantersieg in Fürth unter den Augen von José Mourinho ein

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