Das BVB-Pferd springt nur so hoch wie es muss

Man kennt dieses Sprichwort von dem guten Pferd, das nur so hoch springt, wie es unbedingt muss. Am Samstag schonte sich die Mannschaft auf ganz hohem Niveau für das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid am Mittwoch. Dennoch fuhr sie einen relativ ungefährdeten 2:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05 ein.

Sollte der BVB das in Zukunft vor den CL-Spielen immer so hinkriegen, dann kann man wohl endgültig davon sprechen, dass er in die internationale Spitzenklasse zurückgekehrt ist. Bisher zeigte sich, dass dem BVB, um die Dreifachbelastung langfristig meistern zu können, einfach noch ein paar Prozentpunkte fehlten. In der vorangegangen Saison äußerte sich dies in einem am Ende relativ sang- und klanglosen Ausscheiden in der Champions League als Gruppenvierter.

In dieser Saison überzeugte der BVB in der Champions League auf ganzer Linie, brachte aber dafür in einigen Bundesliga-Spielen (vor allem in denen, die unmittelbar vor CL-Spielen stattfanden) und im wichtigen Pokal-Viertelfinale in München nicht die Power auf den Platz, die nötig gewesen wäre, um zu gewinnen. Das Resultat sind 20 Punkte Abstand zum schon vorzeitig feststehenden Deutschen Meister Bayern München. Auch wenn die Bayern eine super Saison spielen – ein derart eklatanter Abstand wäre wohl nicht nötig gewesen.

Clever gegen Mainz

Gegen Mainz machte es der BVB aber sehr clever und weckte berechtigte Hoffnungen, die nächste Stufe in der Entwicklung jetzt allmählich genommen zu haben. Auf dem Platz stand die A-Elf, keiner wurde geschont. Das Spiel selbst ist verhältnismäßig schnell erzählt: bereits der erste Mainzer Ballverlust nach nicht einmal 30 gespielten Sekunden führte zum ersten BVB-Angriff.

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Nach exakt 33 Sekunden – viele Zuschauer saßen wohl noch gar nicht auf den Plätzen – stand es 1:0 für den BVB, Marco Reus hatte den Mainzer Fehler eiskalt bestraft. Dann passierte im Wesentlichen: nichts. Das S

piel plätscherte vor sich hin. Und plätscherte sich irgendwie bis zur Halbzeit, ohne dass irgendetwas wirklich Pulshochtreibendes passierte. Zwei, drei Torchancen erspielte sich Borussia, ansonsten kontrollierte man Ball und Gegner souverän und vor allem unaufgeregt mit fast barcelonesken 75 Prozent Ballbesitz.

Unterhaltungswert grenzwertig

Nun hatten die Mainzer augenscheinlich auc

h nicht ihren allerbesten Tag erwischt, dennoch ließ der BV

B sie auch einfach nicht ins Spiel kommen. Die zweite Halbzeit ging weiter, wie die erste geendet hatte: der BVB hatte deutliche Feldvorteile und einige Torchancen, die nichts einbrachten. Der Unterhaltungswert der Partie für die Zuschauer war, nun ja…. überschaubar.

Dann sollte aber doch noch einmal an diesem Tag etwas Interessantes passieren: in der 87. Minute war Robert Lewandowski zur Stelle, um seinen persönlichen Torrekord auszubauen. Nach schöner Vorarbeit durch Lukasz Piszcz

ek machte er mit dem 2:0 den Sack zu und erhöhte ganz nebenbei seine persönliche Serie auf 12 Tore in 12 Spielen hintereinander. Es war sein 23. Saisontor und wenn er so weiter macht, geht in diesem Jahr zumindest die Torjägerkanone auf jeden Fall nach Dortmund.

Real steht vor der Tür

Das war’s. Abpfiff. Jubel von den Tribünen und

damit war Mainz abgehakt. Die wichtigen drei Punkte waren eingefahren, auch wenn das Spiel relativ langweilig war. Darauf kam es nicht so sehr an. Die Gedanken schweiften ab zum Mittwochabend. Real steht vor der Tür.

 

Die Sonne lacht, der BVB hat gewonnen.

Die Sonne lacht, der BVB hat gewonnen.

Dabei ging eine Sache nach dem Spiel schon fast ein wenig unter: dank der gleichzeitigen Niederlage der Blauen hat sich der BVB mit dem Sieg gegen Mainz für die nächste Saison sicher für die Champions-League-Gruppenphase qualifiziert. In der nächsten Saison kann also dann definitiv der nächste Schritt gegangen werden und der Eindruck vom Samstag verfestigt werden.

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer – Gündogan, Sahin – Blaszczykowski (62. Großkreutz), Götze (74. Schieber), Reus (86. Leitner) – Lewandowski
FSV Mainz 05: Wetklo – Pospech, Noveski, Svensson, Bell – Baumgartlinger – Risse (57. Szalai), Zimling, Malli, Rukavytsya (81. Caligiuri) – Parker (70. Nicolai Müller)
Tore: 1:0 Reus (1.), 2:0 Lewandowski (87.)
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf) – Zuschauer: 80 645 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Hummels (2), Reus (2), Schmelzer (3) / Bell (2), Wetklo (4), Zimling (4)

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