Vergesst Götze! Der Traum ist Real!

Eigentlich hätten alle BVB-Fans die letzten Tage damit verbringen sollen, sich vorbehaltlos auf das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid zu freuen. Stattdessen gaben zuerst das Drecksblatt mit den vier Buchstaben, dann alle seriösen Medien und zu guter Letzt noch der BVB selbst den Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern bekannt. Einen schlimmeren Zeitpunkt hätten sie sich nicht aussuchen können. Und natürlich kann man sich fragen, ob der Zeitpunkt der Veröffentlichung wirklich so „zufällig“ war. Doch dazu ist ab Donnerstag noch Zeit genug. Am Mittwoch geht es weder um Mario Götze noch um den FC Bayern.

Der BVB steht – verdammt noch mal – im Halbfinale der Champions League und hat die Chance ins Finale einzuziehen! Das ist viel mehr, als jeder vor der Saison erwartet hat! Der Traum von Wembley lebt, solange wir im Wettbewerb sind. Und alle Fans, die im Stadion sind, sind ebenso wie die Spieler verpflichtet, alles dafür zu tun, um dem Traum wieder ein Stückchen näher zu kommen.

Niemand erwartet, dass Mario Götze als einzelne Person angefeuert wird, es verlangt niemand, dass die Südtribüne Mario-Götze-Sprechchöre anstimmt. Und niemand ist dazu verpflichtet, Götze nach dem Spiel abzufeiern. Es ist noch nicht mal unbedingt erforderlich, seinen Namen bei der Mannschaftsaufstellung zu rufen, wenn man das nicht über sich bringt. Es würde aber schon sehr weiterhelfen, wenn man ihn am Mittwoch zumindest nicht auspfeift. Und ansonsten gilt die Devise: volle Pulle!

Der BVB steht über allem

Es ist die Mannschaft, die morgen gepusht und nach vorne gebrüllt werden muss und nicht ein einzelner Spieler. Der Verein ist größer als ein einzelner Spieler. Der Verein ist mit Sicherheit größer als Mario Götze. Jürgen Klopp bringt es auf den Punkt: „Es ist an uns allen zu zeigen, dass Borussia Dortmund über allem steht.“

Es ist nicht die Zeit und nicht der Ort, seine Enttäuschung über einen abwandernden Spieler (oder die zweifellos irgendwie schalen Umstände des Wechsels) auszuleben. Dazu ist, wenn man das Verlangen dazu unbedingt hat, auch später noch genug Zeit. Götze wird sicher noch genug Tinnitus haben, nachdem er das erste Mal im roten Trikot im Westfalenstadion aufgelaufen ist – und er ist lange genug in Dortmund, um das zu wissen. Doch am Mittwoch wird uns im Westfalenstadion ein bärenstarker Gegner gegenüber stehen, eine Mannschaft von höchster Qualität, die noch dazu noch eine Rechnung mit Dortmund offen hat. Mit den gleichen Ergebnissen wie im Hinspiel wäre der BVB im Finale.

Chance

Und die Chance ist da! Schließlich haben wir sie schon mal gepackt. Doch klar ist, dass im Normalfall eine außergewöhnliche Leistung des BVB nötig ist, denn auf dem Papier ist er klar die schwächste Mannschaft von den verbliebenen vier (auch wenn man nach dem Barca-Auftritt in München daran möglicherweise auch Zweifel üben könnte) und klarer Underdog. Doch das ist nicht schlimm, in dieser Rolle hat Borussia in dieser Saison immer geglänzt.

Wir brauchen eine Stimmung wie im Gruppenspiel gegen Real, eine Stimmung wie im Rückspiel gegen Málaga. So viele Leute werden draußen vor den Stadiontoren stehen müssen, weil sie keine Karten mehr bekommen haben. Die, die drin sein werden, sind es auch diesen Leuten schuldig, alles zu geben und den BVB nach vorne zu schreien, bis die Stimme den Geist aufgibt.

Noch mindestens zwei Spiele auf der großen Bühne

Personell sieht’s gut aus beim BVB. Sebastian Kehl ist fraglich, alle anderen sind fit. Vermutlich spielt die gleiche Elf wie am Samstag, wobei Nuri Sahin auch durch die Balleroberungsmaschine Sven Bender ersetzt werden könnte. Auch ein Einsatz von Kevin Großkreutz, der in den beiden Gruppenspielen gegen Real ausgezeichnet spielte und seine wohl besten Saisonleistungen zeigte, liegt im Bereich des Möglichen. In dieser Frage lässt Klopp sich aber natürlich nicht in die Karten schauen.

Fest steht: Uns stehen noch mindestens zwei großartige Spiele auf der ganz großen Fußballbühne bevor. Und es gibt keinen Grund, der es wert wäre, sich die Vorfreude darauf nehmen zu lassen.

Der Traum von Wembley ist Real. Lasst uns alles tun, um ihn wahr zu machen!

Die voraussichtliche Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Subotic, Piszczek – Gündogan, Sahin (Bender)- Reus (Großkreutz), Götze, Blaszczykowski – Lewandowski

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