Trist, trister, Wolfsburg

Wer einmal in seinem Leben das zweifelhafte Vergnügen hatte, die Autostadt besuchen zu dürfen, wird dieser Überschrift wahrscheinlich zustimmen. Es sei denn, er war dort, um seinen brandneuen VW abzuholen und deswegen vor Vorfreude blind gegenüber den tristen Fassaden dieser Stadt. Der Spielplan will es dennoch so, dass das letzte Auswärtsspiel in der Saison 2012/13 den BVB an diesen Ort führt.

Undankbarer könnte die Konstellation diesmal nicht sein. Der BVB steht im Champions-League-Finale und keine Sau interessiert sich für dieses Bundesliga-Spiel. Die Gedanken der Fans kreisen um Wembley-Karten, Zusagen, Absagen und den Gedanken „Warum verdammt noch mal hab ich immer noch keine Mail vom BVB???“. Aber ganz bestimmt nicht um diese triste VW-Tochter ohne Tradition und Geschichte. Alleine „Wembley“ in einem Atemzug mit „Wolfsburg“ zu nennen, ist, als nenne man „George W. Bush“ und „Mahatma Gandhi“ in einem Satz. Der größtmögliche Gegensatz.

Goldene Ananas

Zur Unattraktivität des Gegners kommt noch die Tatsache, dass es bei dem Spiel um absolut gar nichts mehr geht. Niente, nada, nothing. Der BVB hat Platz 2 sicher, falls er nicht die letzten beiden Spiele verliert und Leverkusen beide gewinnt und in beiden Spielen zusammen etwa 17 Tore schießt. Wir schreiben nicht mehr das Jahr 1981, deshalb ist dieses Szenario wohl eher zu vernachlässigen.

In so einer tristen Stadt wie Wolfsburg muss andere Möglichkeiten der Belustigung finden...

In so einer tristen Stadt wie Wolfsburg muss andere Möglichkeiten der Belustigung finden…

Auch für Wolfsburg geht es um nichts mehr. Absteigen können sie leider nicht mehr, das Thema „Europa“ hat sich für diese Saison auch mal wieder erledigt. Der VfL ist wieder das, was er die meiste Zeit in seiner Bundesliga-Zugehörigkeit war: eine graue Maus im Mittelfeld der Tabelle. So gehen VW, der Verein und seine 368 Fans erneut enttäuscht in die Sommerpause und hoffen auf die nächste Saison und die nächste Einkaufstour.

Perisic in Wolfsburg

Eine interessante Personalie ist der Ex-Dortmunder Ivan Perisic, der in der Winterpause zu den „Wölfen“ wechselte, weil er in anderthalb Jahren beim BVB nicht an Marco Reus und Kevin Großkreutz vorbei kam. Die ganz große Leistungsexplosion ließ allerdings auch in Wolfsburg bisher auf sich warten, auch wenn er am letzten Wochenende noch entscheidend am Punktgewinn der Niedersachsen beim Hamburger SV beteiligt war. Doch auch in Wolfsburg zeigte er sein Können bisher nur punktuell und saß zuletzt auch häufig auf der Bank. Ein mickriger Assist steht für den Kroaten in der Rückrunde bisher zu Buche, kein eigenes Tor. Für ihn persönlich wohl eher eine Saison zum Vergessen.

In the middle of nowhere....

In the middle of nowhere….

Was fangen wir mit diesem Spiel nun an? Die BVB-Fans werden auf jeden Fall in den ersten zwanzig Minuten den Block nicht betreten, um die „Kein Zwanni“-Aktion gegen Topspielzuschläge zu unterstützen.

Bestbestzung?

Personell betrachtet dürfte der BVB nahezu in Bestbesetzung auflaufen. Da Ex-Borusse und Neu-Bayer Mario Götze ist noch verletzt und soll wohl am Montag wieder mit dem Lauftraining beginnen. Für das Champions-League-Finale sollte es also auf jeden Fall reichen bei ihm. Für Patrick Owomoyela ist die Saison nach einem Muskelfaserriss, den er sich beim Einsatz für die U23 zuzog beendet. Es ist somit sehr fraglich, ob „Uwe“ noch mal ein Spiel für Borussia bestreitet. Sein Vertrag läuft im Juni aus und momentan sieht es so aus, als wenn der Verein aufgrund seiner enormen Verletzungsanfälligkeit nicht mehr mit ihm plant.

Die Saison neigt sich dem Ende zu. Noch zwei Spiele, dann das Saisonhighlight in Wembley – und dann ist wieder Sommerpause. Immer wieder unfassbar, wie schnell so eine Saison vorbei geht.

Nun lasst uns in Wolfsburg noch drei Punkte mitnehmen, dann vielleicht am letzten Spieltag noch den Alptraum aller Traditionsvereine, die TSG aus Hoffenheim, in Liga zwei schießen, Robert Lewandowski kann sich noch die Torjägerkanone sichern und dann können wir uns in aller Ruhe auf das Champions-League-Finale vorbereiten.

Die voraussichtliche Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Subotic, Piszczek – Gündogan, Kehl – Großkreutz, Reus, Blaszczykowski – Lewandowski

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