BVB in Wolfsburg: War was?

Das vorletzte Bundesliga-Wochenende ist zu Ende gegangen ohne dass irgendetwas sonderlich Spannendes passiert wäre. Die finale Entscheidung im Abstiegskampf ist auf den letzten Spieltag vertagt, in München feierte man eine routinierte Meisterfeier, die fein säuberlich frei von jeglichen Emotionen gehalten wurde und zu der sich eine Handvoll Fans in der Münchner Innenstadt einfand und auch in Wolfsburg wurde Fußball gespielt. Zwar sah das, was der BVB in der ersten Halbzeit veranstaltete nicht immer danach aus, doch am Ende ging die Sache noch mal glimpflich aus.

Die ersten zwanzig Minuten boykottierte der Gäste-Stehblock das Spiel. Im Rahmen einer „Kein Zwanni“-Aktion demonstrierten die Fans auf diese Weise gegen Topspiel-Zuschläge. Sky-Kommentator Michael Born informierte nicht nur die Zuschauer über die Aktion (etwas fehlerhaft allerdings), sondern bekundete auch seine Sympathie und Zustimmung für die Protestler. Das darf an dieser Stelle ruhig mal bemerkt werden, denn in einer solchen Deutlichkeit positioniert sich doch eher selten ein Fußball-Kommentator pro Fanszene.

Frühe Führung

Das Spiel selbst wird – diese gewagte These darf hier mal angestellt werden – eher nicht nachhaltig im kollektiven Gedächtnis der BVB-Fangemeinde hängen bleiben. Dabei fing es eigentlich gut an. Bereits nach fünf Minuten führte der Champions-League-Finalist aus dem Ruhrpott. Sven Bender, eigentlich ja alles andere als ein Goalgetter, hatte den BVB nach einer Flanke von Nuri Sahin in Führung gebracht. Läuft, dachte man sich und lehnte sich entspannt zurück. Leider tat das auch die Mannschaft.

Die frühe Führung gab dem Team keine Sicherheit, stattdessen drehte Wolfsburg jetzt auf. Begünstigt von zahlreichen Missverständnissen und Fehlpässen der BVB-Spieler drängten die „Wölfe“ nun auf den Ausgleich. Die BVB-Abwehr geriet übel ins Schwimmen und es kam, was kommen musste: nach 14 Minuten spielte Olic, den Felipe Santana überhaupt nicht im Griff hatte, einen Querpass auf – ausgerechnet – den Ex-Dortmunder Ivan Perisic und der schob ein.

Doppelschlag von Perisic

Doch für das Erwachen reichte das noch nicht. Keine zehn Minuten später war es wieder ebenjener Perisic der einen seiner gefürchteten Distanzschüsse auf Roman Weidenfeller abfeuerte und auf 2:1 erhöhte. Perisic hatte unter der Woche den BVB gebeten, dass man ihm eine Karte für das Champions-League-Finale besorgt und Jürgen Klopp versprach ihm das. Mal schauen, ob er die Karte jetzt trotzdem bekommt….

Der BVB agierte weiter schlafmützig, die Wolfsburger konnten sich mühelos durch die Dortmunder Abwehr spielen. In der 26. Minuten fiel gar das 3:1 für Wolfsburg. Nach einer Ecke köpfte Naldo unbedrängt von Santana ein. Drei Gegentore in zwölf Minuten! Unwichtiges Spiel hin oder her, aber das war nun doch eine ziemliche Katastrophe, wie sich der BVB – immerhin nahezu mit der besten Elf – hier präsentierte.

Schreckliche erste Halbzeit

Die BVB-Fans, die nach 20 Minuten in den Block zurückgekehrt waren, hätten vielleicht lieber die gesamte erste Halbzeit boykottieren sollen, damit hätten sie sich manches erspart. Mit dem 3:1 zur Pause war Borussia dann sogar noch gut bedient. Kurz vor der Pause köpfte Santana – der wirklich einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte – einen Einwurf fast ins eigene Tor und kurz vor dem Pausenpfiff ging ein Schuss von Olic nur haarscharf am Tor vorbei.

Mit dieser Leistung war auch Jürgen Klopp nicht einverstanden und er reagierte. Fast die gesamte Mannschaft hätte man auswechseln können, es traf dann schließlich den Torschützen Bender und den nahezu unsichtbaren Kevin Großkreutz. Für die beiden kamen Jakub Blaszczykowski und Julian Schieber, der sich sogleich in die Sturmspitze orientierte. Robert Lewandowski ging auf die „10“, Ilkay Gündogan, der zuvor eher glücklos auf dieser Position agierte hatte, rückte neben Nuri Sahin auf die Sechs.

Deutlich verbessert

Der BVB wirkte in der zweiten Halbzeit nun deutlich bemühter und kam gleich zu einer guten Chance durch Lewandowski. Wolfsburg blieb weiter aggressiv und presste konsequent, wodurch die BVB-Abwehr weiter zu Fehlern gezwungen wurde. Das und eigene Unzulänglichkeiten ermöglichte den Niedersachsen immer wieder Chancen. Dennoch steigerte sich der BVB während der zweiten Halbzeit kontinuierlich.

Spät, aber nicht zu spät kam Borussia in der 84. Minute zum Anschlusstreffer durch Marco Reus, der ohnehin in der zweiten Halbzeit einen guten Eindruck hinterließ. Nur vier Minuten später war es erneut Reus, der den 3:3-Endstand herstellte.

Es war ein etwas glückliches Remis für den BVB, das aber aufgrund der deutlich verbesserten zweiten Halbzeit auch nicht unverdient war. Wolfsburg verpasste es, den Sack zuzumachen und so konnte Dortmund noch einmal ins Spiel zurück finden. Am Ende blieb es ein völlig uninteressantes Spiel. Auch eine Niederlage hätte einen nicht um den Schlaf bringen müssen, doch gerade bei einem Verein wie Wolfsburg ist man als Fan dann doch immer irgendwie froh, wenn diese zumindest nicht gewinnen. Gleiches gilt für den nächsten und gleichzeitig letzten Gegner in dieser Bundesliga-Saison: am kommenden Samstag kann der BVB die Saison damit beschließen, die TSG Hoffenheim endlich wieder zurück in die Niederungen der zweiten Liga zu schießen.

VfL Wolfsburg – Borussia Dortmund 3:3 (3:1)

VfL Wolfsburg: Benaglio – Hasebe, Naldo, Knoche (90. Madlung), Rodriguez – Medojevic (86. Träsch), Polak – Vieirinha, Diego, Perisic (81. Schäfer) – Olic

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Felipe Santana (77. Leitner), Hummels, Schmelzer – Bender (46. Schieber), Sahin – Reus, Gündogan, Großkreutz (46. Blaszczykowski) – Lewandowski

Tore: 0:1 Bender (5.), 1:1 Perisic (14.), 2:1 Perisic (22.), 3:1 Naldo (26.), 3:2 Reus (84.), 3:3 Reus (88.)

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Ein Gedanke zu „BVB in Wolfsburg: War was?

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