Heimauftakt, die Zweite

Eigentlich hatte der BVB seinen Heimauftakt ja am Sonntag gegen Braunschweig. Aber irgendwie war das alles ja nicht so toll. Es war nicht das lang erwartete „erste Heimspiel“, so wie wir es alle erwartet haben. Doch der Spielplan meint es gut mit uns: schon am Freitag bekommen wir einen Nachschlag. Eine schnelle Gelegenheit für Mannschaft und Fans, das Ende der Sommerpause im Westfalenstadion noch einmal standesgemäß zu zelebrieren.

Werder Bremen kommt zu Besuch und der BVB hat seiner Homepage gleich mal eine Statistik ausgegraben, die durchaus Mut macht: in den letzten acht Flutlichtspielen zwischen den beiden Teams setzte sich stets der BVB durch. Na dann kann ja nichts mehr passieren.

Spaß beiseite. Wer das erste Spiel der Bremer gegen Braunschweig gesehen hat, der musste den Eindruck gewinnen, als wären die Hanseaten im Vergleich zur letzten Saison nicht gerade besser geworden. Eher wirkten sie noch ideenloser. Dennoch machten sie im richtigen Moment das Tor und gewannen knapp. Auch gegen Augsburg setzten sie sich mit 1:0 durch. Interessante Randnotiz, dass beide Vereine bisher in der Saison gegen die gleichen Gegner gespielt hat, wenn auch in umgekehrter Reihenfolge.

Braunschweig hoch 2?

Wie hoch die Sieger der Bremer wirklich zu bewerten sind, wird sich wohl schon am Freitag im Westfalenstadion zeigen. So richtig überzeugen konnten sie bisher nicht, aber trotzdem sollte man sie nicht unterschätzen. Diese Mannschaft ist schlecht einzuschätzen und stark tagesformabhängig. Etwas schaudern lässt einen als BVB-Fan die Ankündigung der Werder-Spieler, die Braunschweiger Spielweise möglicherweise kopieren zu wollen. Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp erwartet einen „gut organisierten Gegner“.

Sollten sie diese Drohung wahr machen, können wir uns schon mal auf ein zähes Ringen einstellen. Da heißt es, geduldig bleiben und die Mannschaft unterstützen. Die Zeiten, in denen Werder ein Offensivfeuerwerk abbrennt und schön mitspielt, sind vorbei. Als sie das letzte Mal versucht haben, mit dem BVB mitzuspielen (beim letzten Aufeinandertreffen im Januar) sind sie mit 0:5 böse unter die Räder gekommen.

Gündogan fällt aus

Die Personallage beim BVB ist annehmbar. Zwar fällt Ilkay Gündogan mit seiner Wirbelsäulenstauchung noch ein paar Tage aus. Für ihn dürfte wieder Nuri Sahin spielen. Außerdem fällt natürlich Lukasz Piszczek aus, der wohl wieder von Kevin Großkreutz ersetzt wird, der allerdings in den bisherigen beiden Bundesliga-Spielen den Eindruck machte, als habe er sich – Variabilität hin oder her – noch nicht ganz mit seiner neuen Position angefreundet.

Jürgen Klopp hat angekündigt, in dieser Saison verstärkt rotieren lassen zu wollen, um die Belastung von drei Wettbewerben möglichst auf viele Schultern verteilen zu können. Die neue Breite des BVB-Kaders ermöglicht es ihm. So spielte am Sonntag überraschend in der Innenverteidigung Sokratis. Er zeigte ein gutes Bundesliga-Debüt für seinen neuen Klub und demonstrierte, dass er Neven Subotic adäquat ersetzen kann. Ob er auch gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen ran darf, steht trotzdem in den Sternen.

In der Offensive könnte Aubameyang nach zwei Startelfeinsätzen eine Pause bekommen, zumal er letzte Woche auf der linken Außenbahn nicht sonderlich überzeugte. Dort kann man wohl eher mit Marco Reus rechnen. Die rechte Seite könnte dann von Kuba besetzt werden – oder vielleicht auch vom jungen Jonas Hofmann, der sich in letzter Zeit nachhaltig aufgedrängt hat. Sonst sind keine großen Überraschungen zu erwarten.

Rekordgewinn beim BVB

Einen Sieg feierte der BVB schon am Donnerstag: bei der Bilanzpressekonferenz veröffentlichte der Verein Rekordzahlen. 305 Millionen Euro Umsatz machte der BVB im abgelaufenen Geschäftsjahr, über 61 Millionen Euro Gewinn. Der noch vor acht Jahren existenzbedrohend verschuldete Revierklub ist damit praktisch schuldenfrei. Eine unglaubliche Leistung, die Hans-Joachim Watzke und Thomas Treß in so wenigen Jahren da vollbracht haben. Auch Michael Zorc und Jürgen Klopp mit ihrer erfolgreichen sportlichen Planung müssen in diesem Atemzug natürlich noch genannt werden. Auch auf die Gefahr hin, jetzt pathetisch zu klingen: aber dieser Verein, seine Fans, diese Stadt, die Region und vielleicht sogar der deutsche Fußball, der durch den BVB gerade in den letzten Jahren so bereichert wurde, haben diesen Männern unendlich viel zu verdanken.

Ich werde am Freitag meinen Stadion-Plastik-Bierbecher heben und auf sie anstoßen. Das ist gewiss. Und dann ist hoffentlich im Westfalenstadion endlich wieder Vollgas angesagt. Auf dem Rasen und auf den Rängen.

Die voraussichtliche Aufstellung: Weidenfeller – Großkreutz, Sokratis (Subotic), Hummels, Schmelzer – Sahin, Bender (Kehl) – Blaszczykowski, Mkhitaryan, Reus – Lewandowski

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