CL-Auftakt in Neapel: Auf ein Neues!

Ein bisschen weh tun die Bilder vom 25. Mai ja immer noch, aber spätestens jetzt ist es Zeit, diese alten Kamellen ab zu haken und den Blick nach vorne zu richten. Road to Wembley war gestern, Estrada para Lisboa ist die Gegenwart.

Natürlich kann man nicht erwarten, dass der BVB in dieser Saison erneut ins Finale der Champions League einzieht. Doch auf der anderen Seite ist im Fußball ja bekanntlich fast nichts unmöglich. Außerdem nimmt man an einem Wettbewerb immer teil, um so weit wie möglich zu kommen. Das gilt in erhöhtem Maße für die erfolgshungrige und immer noch junge Mannschaft des BVB.

Das Los meinte es wie schon in der letzten Saison nicht unbedingt gut mit Borussia Dortmund. Mit dem FC Arsenal, Olympique Marseille und dem SSC Neapel bekommt man es in dieser Saison zu tun. Das ist nicht ganz die Hammergruppe aus der letzten Saison, aber auf jeden Fall eine starke und ausgeglichene Gruppe, in der wahrscheinlich alle vier Mannschaft in etwas die gleichen Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale haben.

Keine Angst

Angst vor dieser Gruppe hat aber in Dortmund fast niemand. Wer die Gruppe der Landesmeister gewonnen hat und am Ende nur knapp im Finale gegen Bayern gescheitert ist, braucht sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Von den Gruppengegnern hat sicher auch keiner gejubelt, als Borussia Dortmund aus dem Topf gezogen wurde.

Der erste Gegner ist der SSC Neapel. Die Süditaliener wurden in der abgelaufenen Saison Tabellenzweiter in der Serie A, allerdings recht deutliche 9 Punkte hinter Meister Juventus Turin. Viele Experten sind der Meinung, dass diese Platzierung auch generell die momentane Hackordnung im italienischen Fußball widerspiegelt. Im Moment ist Neapel gar Spitzenreiter, allerdings sind in Italien auch erst drei Spieltage rum.

Glänzte Neapel früher mit Legenden wie Diego Armando Maradona, so spielt seit dem Sommer auch wieder ein argentinischer Nationalspieler für die „Blauen“: Gonzalo Higuain wechselte nach einer recht unglücklichen Saison bei Real Madrid. Generell haben die Neapolitaner eine starke Mannschaft und mit Rafael Benitez auch einen international renommierten Trainer. Zudem gilt das Publikum in Neapel als extrem heißblütig. Über 60.000 Zuschauer passen ins Stadio San Paolo und die können bei Bedarf ganz schön Rabatz machen.

Personallage

Zumindest dieser Punkt sollte die BVB-Profis allerdings nicht schocken können, schließlich ist das Westfalenstadion in Europa auch nicht gerade als Bibliothek bekannt. Eine gewisse Geräuschkulisse sind die Borussen ja also durchaus gewöhnt – auch wenn es natürlich immer ein Unterschied ist, ob man ein lautstarkes Publikum hinter oder gegen sich hat.

Die Personallage beim BVB ist vor allem auf den Sechserpositionen mittlerweile recht angespannt. Nachdem jetzt nach Ilkay Gündogan auch noch Sebastian Kehl mit einer Verletzung namens „knöcherner Bandausriss“ sechs Wochen lang ausfallen wird, stellt sich die Doppelsechs mit Nuri Sahin und Sven Bender mehr oder weniger von selbst auf. Einzige Alternative wäre noch Oliver Kirch – der auch durch die Sympathiebrille betrachtet bisher kein CL-Niveau nachweisen konnte – oder wenn total Not am Mann wäre, vielleicht auch noch Mats Hummels. Letzterer hat auf der Position aber auch nicht seine besten Spiele gemacht und ist selbst auf seiner Stammposition nach einer kleinen Schwächephase gerade erst dabei, sich wieder zu fangen.

Kuba oder Auba?

Auch Lukasz Piszczek fällt natürlich weiterhin aus. In der Bundesliga hat Kevin Großkreutz ihn bisher ganz solide ersetzt, wenn er auch offensiv bisher nicht die Explosivität gezeigt hat wie Piszczek. Das ist noch ausbaufähig. Nun kann er zeigen, ob er diese Position auch auf internationalem Parkett beherrscht. In der Offensive hingegen sind die Möglichkeiten für Jürgen Klopp sogar noch größer geworden. Jakub Blaszczykowski konnte wieder normal trainieren und hat sich fit gemeldet. Im Großen und Ganzen wird Klopp an der Elf, die am Samstag den HSV abschoss wohl nicht viel ändern, einzig eben jener Kuba könnte eventuell auf der rechten Außenbahn anstelle des zweifachen Torschützen Pierre-Emerick Aubameyang von Beginn an spielen.

Ansonsten sind keine großen Überraschungen zu erwarten. Das Kribbeln fängt langsam an und allmählich kann man die Stunden herunter zählen, in der die CL-Hymne wieder in Anwesenheit von BVB-Spielern erklingen wird. Wie weit kommt der BVB diesmal? Gelingt die Bewältigung der Dreifachbelastung diesmal besser? Kann der BVB in der Champions League bestehen, ohne dabei die Liga her zu schenken?

Es wird ernst. Nun nimmt die Saison so richtig Fahrt auf.

Die voraussichtliche Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Subotic, Hummels, Großkreutz – Bender, Sahin – Reus, Mkhitaryan, Aubameyang (Blaszczykowski) – Lewandowski

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