Warmgeschossen für Marseille?

Über Langeweile konnte sich am Samstag echt kein Besucher des Westfalenstadions beschweren. Gleich fünf Tore schenkte der BVB den bedauernswerten Freiburgern ein, spielte sich gerade in der zweiten Halbzeit, als der Gegner auch noch in Unterzahl agieren musste, in einen regelrechten Rausch. Weitaus schwieriger dürfte die Aufgabe am Dienstagabend in der Champions League werden. Zumal diese unter erschwerten Bedingungen stattfinden muss.

Jürgen Klopp wurde aufgrund seiner Werwolf-Attacke auf den vierten Offiziellen im Spiel gegen den SSC Neapel für mindestens ein Spiel von der UEFA gesperrt, sein Co Zeljko Buvac vertritt ihn an der Seitenlinie. Nun trägt Buvac seinen Spitznamen „Das Gehirn“ nicht zu Unrecht. Der Mann, der stets lieber in der zweiten Reihe steht, hat vermutlich einen weitaus größeren Anteil am BVB-Fußball der letzten Jahre, als die meisten denken. Und Auswechslungen etc. spricht Klopp sowieso meistens mit ihm am. Rein taktisch dürfte der Nachteil also nicht so groß sein. Was hingegen ausfallen muss, sind die Motivationskünste des Jürgen K. Im Falle einer verpatzten ersten Halbzeit. Wir wollen einfach mal hoffen, dass dieser Fall nicht eintritt.

Langerak in der CL

Ob es bei dem einen Spiel Sperre bleibt, ist noch gar nicht entschieden. Möglich ist es durchaus, dass die Verhandlung durch die UEFA eine noch höhere Sperre hervorbringt. Auf jeden Fall nur gegen Marseille zuschauen muss Roman Weidenfeller. Er wurde aufgrund seiner roten Karten im Spiel gegen Neapel für eine Partie gesperrt. Mitch Langerak wird ihn vertreten und darf wieder etwas CL-Luft schnuppern.

Feier vor der Süd mit den Spielern. Foto: Christina Kalin

Feier vor der Süd mit den Spielern. Foto: Christina Kalin

Das gleiche gilt wahrscheinlich für Erik Durm. Marcel Schmelzer wird mit einem Muskelfaserriss noch drei Wochen ausfallen, bereits am Samstag gegen Freiburg vertrat ihn der ehemalige Stürmer, der in dieser Saison zum Außenverteidiger umgeschult wird und löste seine Aufgabe mehr als solide. Der etatmäßige U23-Spieler Durm wird also am Dienstag wohl sein erstes Champions-League-Spiel machen.

Kantersieg

Foto: Christina Kalin

Ansonsten wird die aktuell beste Elf auf dem Rasen stehen. Das Spiel am Samstag machte schon mal Lust auf mehr. Dabei ging der BVB – so albern das bei einem Endstand von 5:0 klingt – zeitweise wieder einmal sehr lässig mit seinen Chancen um. Bestraft wurde das diesmal allerdings nicht: in der 35. Minute brachte Marco Reus Borussia mit 1:0 in Führung. Und noch kurz vor der Pause stand es 2:0 und Freiburg ging mit nur zehn Mann zum Pausentee: Diagne hielt Robert Lewandowski im Strafraum fest, verhinderte damit eine klare Torchance und sah folgerichtig die rote Karte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Reus.

Foto: Christina Kalin

Foto: Christina Kalin

Nach der Pause spielte nur noch der BVB. Der SC Freiburg hatte der schwarzgelben Spielfreude nichts mehr entgegen zu setzen: Lewandowski erhöhte zuerst auf 3:0 (55.), dann auf 4:0 (70.). Und immer noch war es nicht vorbei. Der eingewechselte Jakub Blaszczykowski traf in der 79. Minute zum 5:0. Bedenkt man dabei, dass Pierre-Emerick Aubameyang auch noch vier bis fünf gute Torchancen hatte, die er versemmelt hat, so muss man am Ende sagen, dass die Breisgauer mit 0:5 sogar noch ganz gut bedient waren. Der BVB hat also am Samstag ordentlich Selbstvertrauen getankt und bleibt mit dem sechsten Sieg im siebten Spiel für eine weitere Woche Tabellenführer.

Keine guten Erinnerungen

Auch Olympique Marseille gewann am Wochenende 2:0 gegen den FC Lorient. Vor zwei Jahren hat der BVB beide Gruppenspiele gegen OM verloren – obwohl die Schwarzgelben eigentlich in beiden Spielen die bessere Mannschaft waren. Doch die Franzosen waren einfach abgezockter, machten im richtigen Moment die Tore und die junge BVB-Mannschaft bezahlte vor allem in diesen beiden Spielen eine ganze Menge Lehrgeld. Zwischen diesen bitteren Abenden und dem kommenden CL-Spiel liegen allerdings zwei Jahre internationale Erfahrung, ein Double in der Liga und ein Champions-League-Finale mit BVB-Beteiligung. Auch wenn OM sicher ein unangenehmer Gegner sein wird, so kann man diesmal einen deutlich reiferen BVB erwarten. Der allerdings nach der Auftaktniederlage schon ein wenig unter Zugzwang steht. Die Heimspiele in der Gruppe muss man eigentlich zwingend gewinnen, wenn man diese starke Gruppe überstehen will.

Statistik BVB – Freiburg 5:0

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Großkreutz, Subotic, Hummels, Durm – Bender (46. Kirch), Sahin – Aubameyang, Mchitarjan (61. Hofmann), Reus (62. Blaszczykowski) – Lewandowski
SC Freiburg: Baumann – Sorg, Diagne, Ginter, Günter – Schmid, Fernandes, Schuster (66. Höfler), Coquelin (46. Höhn) – Freis (74. Guédé), Mehmedi
Tore: 1:0 Reus (35.), 2:0 Reus (45.+2/Foulelfmeter), 3:0 Lewandowski (58.), 4:0 Lewandowski (70.), 5:0 Blaszczykowski (79.)
Gelbe Karten: – / Sorg (2)
Rote Karte: – / Diagne (45.+1/Notbremse)

Voraussichtliche Aufstellung am Dienstag: Langerak – Durm, Hummels, Subotic, Großkreutz – Sahin, Bender – Reus, Mkhitaryan, Aubameyang (Kuba) – Lewandowski

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2 Gedanken zu „Warmgeschossen für Marseille?

  1. Wenn es nicht ganz so schief läuft, wie gegen Neapel (also kein Platzverweis und der Trainer muss nicht runter), sollte Marseille eigentlich gut machbar sein. Ich denke auch, dass die gereiftere Mannschaft des BVB inzwischen deutlich besser mit dem Druck klarkommen sollte, der jetzt nach der Auftaktniederlage da ist. Olympique hat auswärts in der Ligue 1 zwar noch kein Spiel verloren, aber Dortmund ist aktuell zu Hause ja auch unbesiegbar. 😉

    • Ja, auf die momentane Heimstärke setze ich auch bzw. schöpfe meine Hoffnung daraus 😉 Ansonsten sehe ich es auch so, ich denke, die Mannschaft ist mittlerweile auf dem internationalen Parkett viel erfahrener und lässt sich nicht mehr so einfach abkochen. Marseille wird unangenehm zu spielen sein, aber ich denke, wir haben eine gute Chance. Arsenal und Neapel schätze ich in dieser Gruppe auch noch einen Tick stärker ein als OM. Von daher wäre ein Sieg gegen OM wirklich auch dringend notwendig!

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