Dumme Niederlage, Verletzte, keine Karten: viel Frustpotenzial beim BVB

Wenn die Statistik am Ende eines Spiels fast 30 Torschüsse für deine Mannschaft aufweist und nur wenige für den Gegner, dein Team das Spiel aber trotzdem 0:2 verloren hat, dann muss man das Spiel nicht einmal gesehen haben, um zu wissen, was schief gelaufen ist.

Eigentlich lässt sich das Spiel in drei Sätzen zusammenfassen: der BVB war über 90 Minuten in Gladbach drückend überlegen, erspielte sich zahlreiche gute Möglichkeiten und versemmelte sie alle auf fahrlässigste Art und Weise. In der Schlussphase dann ein Gladbacher Angriff nach einem Dortmunder Ballverlust, Mats Hummels kann seinen Gegenspieler Kruse nur noch mit einer Notbremse stoppen und fliegt vom Platz. Der fällige Elfmeter wird verwandelt, der BVB versucht hektisch, den Ausgleich zu erzielen, fängt sich noch ein Gegentor und verliert ein Spiel, dass er normalerweise mit 4 oder 5 Toren hätte gewinnen müssen.

Chancenverwertung ist eine Katastrophe

Nach so einem Spiel gibt es nicht mehr viel zu analysieren. Dass der BVB über 90 Minuten eine gute und geschlossene Mannschaftsleistung zeigte – geschenkt. So eine Niederlage ist einfach unsagbar dämlich und überflüssig wie ein Kropf. Und es hat mal wieder offenbart, dass das größte Dortmunder Problem die Chancenverwertung ist. Schon seit Wochen (gefühlt seit Jahren) lässt es die Mannschaft häufig an der letzten Konsequenz und an der letzten Konzentration im Abschluss vermissen. Zum ersten Mal in dieser Saison kostete das den Verein aber wirklich Punkte.

Es kann einfach nicht sein bei so einer hochkarätigen Offensive, dass von 30 Torschüssen nicht einer im Netz landet. Das ist auch nicht mehr mit Pech zu erklären, denn dieses Phänomen zeigte sich ja nicht nur in Gladbach, sondern auch schon in anderen Spielen in dieser Saison. Natürlich kann man einwenden, dass man unmöglich alle Chancen in einem Spiel verwerten kann, wenn man sich derer 20 oder 30 heraus spielt. Das verlangt auch niemand.

Aber aus 30 Torschüssen nicht ein Tor zu machen, ist bei einer Mannschaft mit der Qualität wirklich armselig. An der Klasse fehlt es ganz sicher nicht, also kann es doch nur mangelnde Konzentration sein. Und wenn man den Ball schon aus dem Spiel heraus nicht über die Linie bringt, dann müssen einfach die Standardsituationen besser kommen. Und diese sind in der aktuellen Saison beim BVB – sehr wohlwollend formuliert – eher mittelmäßig.

Lazarett füllt sich

Natürlich steht ausgerechnet jetzt wieder eine diese völlig überflüssigen Länderspielpausen an, so dass Jürgen Klopp noch nicht einmal die Möglichkeit hat, die Probleme mit seiner Mannschaft gescheit aufzuarbeiten.

Viele könnten aber wahrscheinlich eh nicht trainieren, denn neben einer unsagbar dummen Niederlage brachte der BVB aus Gladbach auch noch zwei Verletzte mit: Sven Bender erlitt eine „Ganzkörperprellung“ (man lernt doch immer wieder neue Verletzungen kennen…) und Nuri Sahin fällt mit einem Teilabriss des Sprunggelenks auch etwa drei Wochen aus. Dazu kann man bei Mats Hummels mindestens mit einer Sperre von einem Spiel ist – da er ein wichtiger Spieler für uns ist und der DFB diesbezüglich noch nie verlegen darum war, dem BVB eins auszuwischen, vermutlich eher zwei Spiele. Das würde bedeuten, dass er im Derby gesperrt wäre. Unklar ist, ob Schmelzer vielleicht bis zum Hannover-Spiel wieder fit würde. Sokratis soll, so war es gestern bei Twitter zu lesen, wahrscheinlich bis dahin wieder fit sein.

Brenzlig wird es vor allem auf der Sechser-Position. Selbst wenn Bender rechtzeitig wieder fit wird, so steht durch die Verletzungen von Sahin und Gündogan nun kein kreativer Sechser mehr zur Verfügung, der ein gestalterisches Element ins Spiel bringen kann. Da Hummels auch nicht zur Verfügung steht, sieht es mit der Spieleröffnung von hinten wahrscheinlich dann einigermaßen düster aus. Eine Möglichkeit für die Position wäre noch Oliver Kirch oder aber – im Falle, dass Schmelzer wieder zur Verfügung steht – Kevin Großkreutz, der diese Position in Nürnberg bereits eine Halbzeit lang bekleidete und seine Aufgabe recht gut löste.

Frust durch Karten bzw. keine Karten

Vielleicht passiert ja auch noch ein Wunder. Und in sofern ist es gar nicht schlecht, dass es vor dem Hannover-Spiel und der anschließenden Hammer-Woche mit Arsenal auswärts und Derby auswärts eine längere Pause gibt. Vielleicht reicht für den einen oder anderen Verletzten die Zeit um zu genesen. Auf der anderen Seite sind natürlich auch wieder Borussen international im Einsatz und man kann nur hoffen und beten, dass diesmal wirklich alle gesund zurück kommen.

Beendet wurde das Frust-Wochenende am Montagmorgen dann mit dem Versuch, zwei Karten für das CL-Spiel gegen Arsenal zu kaufen. Nachdem am Freitag beim Mitglieder-Vorverkauf schon kein Durchkommen bei der Hotline war, so scheiterte ich diesmal am Online-Shop (zwar ohne Probleme reingekommen, konnte aber keine Plätze auswählen – WAS ZUM TEUFEL WAR DAS????) und an der Hotline, an der wie üblich kein Durchkommen war.

Ich kann nicht erkennen, dass der BVB in der Sommerpause irgendetwas an der Hotline verbessert hat. Das einzige, das neu ist, ist die Ansage, wenn die Leitung besetzt ist. Natürlich ist es vollkommen klar, dass das Grundproblem (zu wenig Karten auf zu viele Wünsche) so nicht zu lösen ist, aber ich weigere mich nach wie vor, zu glauben, dass das wirklich das fairste System ist. Und so langsam fühlt man sich auf den Arm genommen, wenn der Verein vor jeder Sommerpause beteuert, das Ticketsystem überarbeiten zu wollen und es nach jeder Sommerpause eher noch schwieriger als vorher ist, an Karten zu kommen. Wenn man nicht gerade riesiges Glück hat, ist die einzige Möglichkeit, an Karten zu kommen wohl entweder für den BVB oder einen der Großsponsoren zu arbeiten. Vielleicht sollte man als BVB-Fan danach seinen künftigen Arbeitgeber auswählen.

So ein frustrierendes Wochenende!

Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dominguez (56. Brouwers), Wendt – Nordtveit (83. Kramer), Xhaka – Herrmann (77. Hrgota), Arango – Raffael, Kruse
Dortmund: Weidenfeller – Großkreutz, Subotic, Hummels, Durm – Bender (72. Hofmann), Sahin (89. Günter) – Aubameyang, Mkhitaryan (77. Blaszczykowski), Reus – Lewandowski
Tore: 1:0 Kruse (82./Foulelfmeter), 2:0 Raffael (86.)
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 54.010 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Kramer (3), Stranzl (3) / Großkreutz (1), Lewandowski (1)
Rote Karte: Hummels (81./Notbremse)

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