Sternstunden, Verletzte und Gerüchte: das BVB-Jahr 2013

Das Jahr 2013 ist so gut wie vorüber. Wieder einmal ist es ein bewegtes Jahr gewesen, zeitweise ging es Schlag auf Schlag und der geneigte BVB-Fan kam kaum zum Luftholen. Beendet wurde das Jahr inmitten einer Krise – jedenfalls wenn es nach dem Urteil vieler Medien geht. Machen wir also einen Strich drunter und schauen auf die Endabrechnung. Was bleibt hängen vom Jahr 2013?

Der Triumph des Jahres:

Da ist zum Einen natürlich die unglaubliche Champions-League-Saison 2012/13, an deren Ende das „deutsche Finale“ in Wembley stand. Der Tag endete bitter für die zigtausend mitgereisten BVB-Fans, die London ihren Stempel aufdrückten und – eigentlich überflüssig zu erwähnen – den Ton angaben. Genützt hat es am Ende nichts, denn im wahren Leben oder zumindest im Fußball gewinnt am Ende eben fast immer die dunkle Seite der Macht. Auf der anderen Seite hatten die Bayern den Titel natürlich wesentlich nötiger als der BVB und somit sei diesen bedauernswerten Gestalten, die sich an nichts erfreuen können im Fußball als an Pokalen und Schalen ihr Spielzeug gegönnt.

Wer als BVB-Fan an diese CL-Saison zurück denkt, wird sich ohnehin nicht zuallererst an Wembley erinnern, sondern vor allem an Málaga. Denn was sich am 9. April 2013 im Westfalenstadion zu Dortmund abspielte, war nichts weniger als ein Wunder. Eines dieser Wunder, auf die man immer hofft, wenn es der eigenen Mannschaft an den Kragen zu gehen droht, von denen man weiß, dass sie passieren können, die aber so selten wirklich passieren.

Das Wunder

Und wenn man an diesen Abend zurück denkt, möchte man wirklich nicht in der Haut derer stecken, die an dieses Wunder nicht mehr geglaubt hatten und vorzeitig das Stadion verließen. Denn wie oft passieren solche Wunder? Und dann noch in so wichtigen Spielen?

Alle, die es gesehen haben, werden sich bis an ihr Lebensende daran erinnern, wie der BVB bis zur 91. Minute 1:2 hinten lag und praktisch ausgeschieden war. Sie werden sich daran erinnern, wie der berühmte Westfalenstadion-Roar erwachte und die Mannschaft noch einmal nach vorne trieb. Sie werden sich erinnern, wie Marco Reus das Ding zum 2:2 über die Linie brachte und alle wussten, dass noch drei Minuten Zeit waren und dass hier gleich eines dieser seltenen Fußball-Wunder passieren kann. Und natürlich werden sie sich ein Leben lang daran erinnern, wie nur knapp eine Minute später Felipe Santana den Ball vor der Südtribüne ins Tor stocherte und das Stadion buchstäblich explodierte. Ein Abend für die Geschichtsbücher, ein Abend, an dem ich gestandene Männer auf der Südtribüne habe weinen sehen. Ein Abend für die Ewigkeit. Ein Abend, der in der Rückschau wahrscheinlich schöner, unglaublicher und intensiver sein wird, als es jeder Titelgewinn hätte sein können.

Klare Sache gegen Real

Natürlich war auch der 4:1-Sieg gegen Real Madrid nur ein paar Tage später im Halbfinale ein großer Abend und ein großer Triumph. In der Rückschau allerdings nicht ganz so intensiv, weil – so blöd sich das anhört, wenn der Gegner Real Madrid heißt – es so eine klare Sache war. Ganz im Gegensatz zum Rückspiel im Bernabeu, wo man 0:2 verlor und in den letzten Minuten noch unglaublich um den Einzug ins Finale bibbern musste. Was anschließend in der Dortmunder Innenstadt los war, findet in anderen Städten nicht einmal dann statt, wenn man mehrere Titel gewinnt.

Der Einzug ins Finale war der große Traum in dieser Saison, auf den sich alles fokussiert hat. Dass es am Ende nicht ganz gereicht hat, war letztlich Pech und lag vor allem an der Chancenverwertung. Grämen muss sich deshalb kein BVB-Fan. Und dass die Bayern-Fans uns beim Gipfeltreffen mit Plakaten zum Thema „CL-Finale“ zu ärgern versuchten, zeigt nur, wie wenig sie verstanden haben und wie wenig wir mit ihnen gemeinsam haben. Ein Grund zum Aufatmen.

Das Unwort des Jahres:

Heißer Kandidat für das BVB-Unwort des Jahres ist auf jeden Fall „Chancenverwertung“. Nun stand der BVB noch nie in dem Ruf, ein eiskalter Chancenverwerter zu sein. Doch im Jahr 2013 und speziell in der Hinrunde der aktuellen Saison nahm das Thema eine Dimension an, die nicht mehr feierlich war. Und vor allem wurde Dortmund diesmal bitter bestraft: überflüssige und unverdiente Niederlagen in Gladbach, in Wolfsburg und auch zuhause gegen die Bayern kosteten in der Liga alleine schon neun Punkte. Hätte man diese drei Spiele gewonnen, dann hieße der Tabellenführer in der Bundesliga Borussia Dortmund und nicht Bayern München.

Stattdessen machte man drei Gegner glücklich, die am Ende ihr Glück selber kaum fassen konnten, dass sie das Spiel gewonnen haben. Aber nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der Königsklasse leistete sich der BVB seinen Chancenwucher und machte die Schlussphase der Gruppenphase in einer zugegeben saustarken Gruppe unnötig spannend. Mit einem Sieg zuhause gegen Arsenal hätte man sich das Zitter-Finish ersparen können. Auf der anderen Seite bot es die Bühne für den…

… Durchstarter des Jahres:

Als schon vor Saisonbeginn bekannt gegeben wurde, dass man keinen Ersatz für den durch eine langwierige Hüft-Geschichte außer Gefecht gesetzten Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek verpflichten will, sondern mit Kevin Großkreutz auf dieser Position in die Saison gehen möchte, zog der eine oder andere ein bedenkliches Gesicht. Als die neue Saison sechs Wochen lief, sprach niemand mehr über Piszczek, was bei einem Mann seiner Qualität das wohl größte Kompliment ist, das man Großkreutz machen konnte. Dass er die Position spielen kann, war jetzt nicht so überraschend bei einem Mann, für den das Wort „Allrounder“ erfunden wurde und der sich bei Bedarf auch schon mal die Torwarthandschuhe anzieht und sich in den Kasten stellt.

Womit niemand gerechnet hat: dass er die Position mit einer solchen Bravour bekleiden würde, dass ihn der „Kicker“ in seiner Winter-Rangliste des deutschen Fußballs in der Kategorie „Außenverteidiger“ auf Platz zwei hinter Bayerns David Alaba unter „Internationale Klasse“ einsortiert. Wer seinen Auftritt beim Heimspiel gegen Olympique Marseille gesehen hat, kann dem nicht widersprechen.

Konstanz und Reife

Aber beeindruckend waren nicht nur einzelne Auftritte des Dortmunder Jungen, sondern viel mehr die Konstanz, mit der er diese guten Leistungen über Wochen und Monate, fast die ganze Hinrunde hindurch abrief. Unübersehbar war dabei, dass er inzwischen auch charakterlich gereift ist, professioneller wirkt und sich mittlerweile sogar zum Führungsspieler entwickelt hat. Im Mittelfeld scheint derzeit beim BVB kein Bedarf mehr für ihn zu bestehen, doch inzwischen muss man sich ohnehin fragen, ob seine eigentliche Position nicht in Wirklichkeit Außenverteidiger ist.

Er hat alle Anlagen dazu und spielte seine wohl beste Halbserie, seit er 2009 zu seinem Herzensverein zurückkehrte. Kevin Großkreutz ist der erste Spieler, der vor jeder Saison aus der Mannschaft geschrieben wird und nach seiner wirklich sehr durchwachsenen letzten Saison wurde er häufig nur noch als Ergänzungsspieler betrachtet. Doch jedes Mal findet er seinen Platz im Team – und diesmal vielleicht sogar die Position, die wirklich am allerbesten zu ihm passt.

Die Krönung seiner tollen Hinrunde war sicherlich das letzte CL-Gruppenspiel in Marseille, wo er in der 87. Minute (inzwischen als Sechser unterwegs) den Ball mit purer Willenskraft zum 2:1 ins Tor eierte und zum gefeierten Helden des Abends wurde. Es wird spannend, wie die Dortmunder Außenverteidigung im ersten Halbjahr 2014 aussehen wird. Denn auch der junge Erik Durm löste seine Aufgabe als Schmelzer-Vertreter mitunter besser als das Original und selbst ein Lukasz Piszczek dürfte es nicht ganz so leicht haben, an Großkreutz in seiner aktuellen Form vorbei zu kommen. Vier gute Außenverteidiger, ein himmliches Luxusproblem beim BVB, um das viele andere Trainer Jürgen Klopp heiß beneiden dürften.

Die Nervensäge des Jahres:

Nervig war vieles in diesem Jahr, aber diesen Titel räumt eindeutig Robert Lewandowski ab, zusammen mit seinem unsäglichen Berater-Duo. Er geht, er weiß es nicht, er sagt nichts, er deutet an, er fühlt sich nicht wohl, er spürt keine Anerkennung, er sagt nichts, er weiß, wo er hin will, sagt es aber nicht, er will im Sommer wechseln, er will zu Bayern, er will mehr Geld, er will weg, er will unbedingt zu Bayern, er fühlt sich betrogen, er bekommt mehr Geld, er schießt Tore, er sagt nichts, er sagt, dass er es noch nicht weiß…..

Ungefähr so lässt sich die Posse „Daily Lewandowski“, die sich tatsächlich durch das ganze Jahr 2013 zog, in Kürze zusammen fassen. Dabei war Lewandowski selber in seiner gewöhnlich stillen und professionellen Art bis auf einen kurzen Ausreißer im Sommer, als er partout nicht einsehen wollte, dass Bayern München kein Angebot für ihn abgegeben hatte und der BVB von daher auch nicht einem Wechsel zustimmte, gar nicht mal die Haupt-Nervensäge in dieser Angelegenheit. Nein, das waren seine beiden Berater Cezary Kucharski und Maik Barthel, beide so etwas wie Prototypen für schmierlappige, unseriöse Spielerberater. Mit allen Mitteln versuchten sie, den BVB in die Knie zu zwingen, bezichtigten Hans-Joachim Watzke der Lüge und wollten als Gipfel der Dreistigkeit auf das Bankett der Bayern nach dem CL-Finale gehen und nicht auf den Empfang der Dortmunder.

Sinnvoller Wechsel?

Seit Monaten pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass er wohl im Januar einen Vertrag beim FC Bayern unterschreiben wird. Ob das sportlich sinnvoll ist, bei einem Trainer, der auch gerne mal ganz ohne Stürmer spielen lässt und überdies hoffnungslos verliebt in Mario Mandzukic ist und ihn für besser als Lewandowski hält? Nun, die Frage stellt sich bei einem geschätzten Jahresgehalt von 11 Millionen wohl nicht mehr, dafür kann man sich dann auch mal auf die Bank setzen und ab und zu im Pokal gegen Wacker Burghausen spielen. Man kann sich ausrechnen, wie lange das Schreckensduo Kucharski/ Barthel die Füße still halten wird, wenn ihr Schützling nicht spielt und an Marktwert verliert.

Eigentlich muss man sich freuen, wenn es so kommt. Mit der Ruhe in der ach so heilen Steuersünder-Welt ist es dann nämlich vorbei, auch ohne einen möglichen Umzug des Präsidenten in die JVA München. Auch in den letzten Tagen des Jahres bleiben wir nicht vom „Daily Lewandowski“ verschont. Bayern und Real Madrid seien für ihn die besten Vereine der Welt. Ist ja gut Robert, bald hast du es geschafft. Bis es soweit ist, schlage ich vor, dass du einstweilen aufhörst, hundertprozentige Chancen zu versemmeln. Dann darfst du von mir aus sagen, was du willst.

Am Ende muss man sagen: es ist wirklich schade, dass ein so großartiger Stürmer wie Robert Lewandowski, der so viel für den Verein geleistet hat, nicht hauptsächlich aufgrund dieser Leistungen in Erinnerung bleiben wird, sondern aufgrund des Theaters um seinen Wechsel. Denn Lewandowski ist vielleicht der beste und kompletteste Stürmer, den der BVB jemals hatte in seiner Geschichte. Aber eben auch die Nervensäge des Jahres 2013.

Aufreger des Jahres:

Klare Sache, das war sicherlich der Wechsel von Mario Götze zu den Bayern und der extrem „gut“ getimte Zeitpunkt seiner Veröffentlichung, einen Tag vor dem CL-Halbfinale gegen Real Madrid. Allein die Wichtigkeit dieses Spiel und seine Verletzung im Rückspiel hat ihn davor bewahrt, noch im BVB-Trikot in Grund und Boden gepfiffen zu werden. Das wurde im Spitzenspiel gegen Bayern Ende November nachgeholt. Götze zog es vor, sich im Kabinengang statt vor der Südtribüne warm zu machen (sicher nicht die dümmste Entscheidung), bei seiner Einwechslung schlug ihm der blanke Hass von den Tribünen entgegen.

Dass ausgerechnet er dann das 1:0 für Bayern schoss, hat sein Standing sicher nicht verbessert, auch wenn er immerhin einen letzten Funken Anstand bewies und sich jegliches Jubeln nach dem Tor verkniff. Noch immer ist bei vielen die Wut über den Wechsel nicht verraucht. Dabei geht es gar nicht darum, dass er zum FC Bayern gewechselt ist. Auch nicht darum, dass er seine Ausstiegsklausel gezogen hat. Das alles ist sein gutes Recht. Doch das BVB-Wappen zu küssen, etwas vom „Karriereende in Dortmund“ zu faseln und DANN drei Wochen später beim FC Bayern zu unterschreiben, bei aller Liebe, aber das geht nicht.

Enttäuschung

Zudem muss man sagen, dass man ihm nach so vielen Jahren beim BVB doch eine größere Verbundenheit zum Verein und zur Stadt zugetraut hatte. Und das ist es letztlich auch, warum die Reaktionen auf den Wechsel derart heftig ausfielen: es war die Erkenntnis, sich in diesem Jungen so tief getäuscht zu haben, die viele Fans so erschütterte. Und ein bisschen auch die Undankbarkeit gegenüber Jürgen Klopp, wenn Götze dann erklärte, er sei wegen Pep Guardiola gewechselt. Möglich, dass er sich in seiner Hilflosigkeit unglücklich ausgedrückt hat, denn das Ausmaß der Ablehnung hat Götze sichtlich geschockt. Dennoch war es eine Aussage, die in der Außendarstellung extrem respektlos herüber kam.

Der BVB hat mit ihm einen brillanten Spieler verloren, menschlich aber allem Anschein nach keinen großen Verlust erlitten. Er fügt sich in München bestens ein, sowohl sportlich als auch charakterlich. Beim BVB bleibt er nun als Judas in Erinnerung und nicht wegen seiner sportlichen Verdienste, die ohne Zweifel groß sind. Wie schon im Fall Lewandowski muss man sagen: extrem schade bei einem so tollen Spieler.

Interessant ist am Rande übrigens, dass dieser Wechsel für weit größere Schlagzeilen sorgte, als der Wechsel des Helden aus dem Málaga-Spiel, Felipe Santana, zum Erzrivalen Schalke 04. Da war wenig Hass zu spüren, eher ein mitleidiger Eindruck von „Armer Irrer“. Viel gebracht hat ihm der Wechsel tatsächlich nicht. Statt auf der Dortmunder Bank sitzt er nun in 30 Kilometern Entfernung auf der Schalker Ersatzbank. Nur dass er dort nie wieder auch nur in Sichtweite der Meisterschale kommen wird. In Dortmund wird er trotz seines Tores für die Ewigkeit nicht großartig vermisst, da Sokratis besser spielt als Santana es je getan hat. Ewigkeitstor hin oder her.

Pechvogel des Jahres:

Stand jetzt ist das sicherlich Neven Subotic, der zurzeit seinen Kreuzbandriss auskuriert und dem BVB wohl erst in der nächsten Saison wieder zur Verfügung stehen wird. Ganz bitter für den serbischen Innenvertediger, allerdings eine Chance für „Papas“ Sokratis, um zu zeigen, was er kann. Und bisher löst der Grieche seine Aufgabe bravourös – sieht man einmal von der dämlichen und überflüssigen gelb-roten Karte im Heimspiel gegen Leverkusen ab, die er sich in einem für ihn recht untypischen Ausbruch von Temperament einhandelte. Pech hat aber derzeit nicht nur Neven Subotic, sondern fast die ganze Defensivabteilung des BVB.

Mats Hummels, Neven Subotic, Marcel Schmelzer, Lukasz Piszczek (der inzwischen wieder genesen ist, aber natürlich noch längst nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte), Ilkay Gündogan, Sven Bender – die Misere war selten so gravierend wie derzeit. Und neben den vielen Chancen, die unsere weitgehend noch in Bestbesetzung agierende Offensive verbaselt, sind die vielen Verletzten sicher ein Hauptgrund für den aktuellen, eher unbefriedigenden Platz vier.

Nicht nur, dass der BVB dadurch mehr Gegentore kassiert, sondern nicht zu vergessen sind natürlich auch die offensiven Impulse, die Spieler wie Hummels oder Gündogan geben. Spieleröffnung von hinten heraus findet beim BVB in den letzten Wochen nicht mehr statt und das macht das ganze BVB-Spiel extrem berechenbar für den Gegner. Wenn diese Verletzten zurückkommen, eröffnet das dem BVB nicht nur wieder mehr Alternativen für die Defensive, sondern auch das Offensivspiel dürfte dann hoffentlich wieder etwas gefährlicher werden.

Und sonst so?

Es war ein Jahr, in dem die Mannschaft uns häufig mit ihrer Spielweise und mitreißenden Spielen begeistert hat. Ganz am Anfang des Jahres stand eine Rückkehr: mit Nuri Sahin kehrte ein „verlorener Sohn“ nach anderthalb ziemlich frustrierenden Jahren in Spanien und England zurück zum BVB. Ganz wichtig war auch der klare und mehr als souveräne Derbysieg bei den Blauen, eine Wohltat für alle Schwattgelben nach den beiden bitteren Derbyniederlagen in der Vorsaison. Ob es deswegen nötig war, den Gästeblock in Schutt und Asche zu legen und schon vor dem Anpfiff einen Spielabbruch zu provozieren, wodurch Schalke das Spiel wohl am grünen Tisch gewonnen hätte? Ihr merkt schon an meiner Rhetorik, dass ich nicht der Auffassung bin, dass es nötig war. Leider wird uns die Intelligenz-Abstinenz dieser Vollidioten auch 2014 noch einmal beschäftigen, denn der DFB hat bisher noch keine Strafe ausgesprochen. Es ist kaum anzunehmen, dass der Verband den Fall einfach vergessen hat, auch wenn der BVB mit ziemlich rigiden Maßnahmen selbst auf den Vorfall reagiert hat.

Leider war dieser Vorfall auch ein Punktsieg für die Populisten, die nur zu bereitwillig die völlige Ausrottung von Fankultur in Kauf nehmen würden und ein dressiertes, braves Klatschpappen-Publikum, das konsumiert, zahlt und die Klappe hält in deutschen Stadien installieren würde. Fanpolitik ist sicher ein Thema, dass uns 2014 weiterbeschäftigen wird, ebenso wie die Frage, wie der BVB mit einem zweifellos vorhandenen Nazi-Problem im Umfeld umgehen wird.

Das bringt uns zum Ausblick für 2014:

In den Medien ist allenthalben von der BVB-Krise zu reden und in der Tat sind drei verlorene Heimspiele hintereinander natürlich nicht der Anspruch. Aber ganz so schwarz, wie die Situation gemalt wird, ist sie natürlich nicht. Betrachtet man die Fakten, so hat man es nach wie vor in der eigenen Hand, die direkte Qualifikation für die Champions League zu schaffen. Sobald Jürgen Klopp wieder das komplette Personal zur Verfügung steht, wird auch die Punkteausbeute besser werden.

Ansonsten ist noch alles drin für Borussia. Im DFB-Pokal steht man im Viertelfinale und hat ein Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt zugelost bekommen. Sicherlich ist das keine Aufgabe, die man auf die leichte Schulter nehmen darf, aber wenn man sich den Saisonverlauf der Hessen ansieht, die zudem die Dreifachbelastung überhaupt nicht gewöhnt sind, ist es sicherlich machbar.

In der Champions League ist man dank des Tores von Kevin Großkreutz schließlich sogar als Gruppenerster ins Achtelfinale eingezogen. Der Gegner dort heißt Zenit St. Petersburg und ähnlich wie im DFB-Pokal kann man hier sagen: nicht einfach, aber durchaus lösbar. In beiden Fällen waren deutlich dickere Brocken im Lostopf. Wer also der Meinung ist, die Saison sei praktisch vorbei, weil die Meisterschaft aller Voraussicht nach weg ist, sollte a) sich fragen, ob Borussia Dortmund wirklich der richtige Verein für ihn ist und b) mal den Kopf in kaltes Wasser tauchen und auf die Fakten sehen.

Nachfolger für Lewandowski

Ja, vielleicht bleibt auch diese Saison ohne Titel. Das ist ok, denn darüber definieren wir uns in Dortmund nicht. Titel sind immer nur das Sahnehäubchen und nicht der ganze Kuchen. Die Jungs werden uns sicher noch einige Male begeistern in dieser Saison und wir werden noch das eine oder andere Highlight erleben in 2014. Es sind noch viele Punkte zu holen und nicht zuletzt steht noch der Derby-Revanche zweiter Teil an.

Die vielleicht größte Aufgabe wird es 2014 sein, einen Nachfolger für Robert Lewandowski zu finden. Wo auch immer er in der nächsten Saison spielt, der BVB wird es nicht sein. Aber da sollte man einfach Vertrauen in unsere Scouting-Abteilung und das magische Triumvirat WKZ haben. Die Zeiten, in denen beim BVB wild und planlos irgendwas verpflichtet wird, sind zum Glück vorbei. Alles, was jetzt passiert, steht auf einem soliden Fundament. Lasst uns mal die ersten drei Bundesliga-Spiele in der Rückrunde gewinnen, ihr werdet es sehen, dann sind wir nicht mehr der geplagte Krisenclub mit der Seuche, sondern wahrscheinlich wieder „Baynerjäger Nummer Eins“. Nichts ist so berechenbar wie die Medienlandschaft. Und wenn mal wieder von angeblichen 48-Millionen-Angeboten für BVB-Spieler zu lesen ist, dann bleibt einem nur eins: cool bleiben. Denn das meiste, was geschrieben wird, ist ja doch nur heiße Luft.

Das ist doch überhaupt mal ein schöner Neujahrs-Vorsatz für alle Borussen: mehr Gelassenheit! In vier Wochen geht es wieder los. Ich weiß nicht, wie es euch geht. Aber ich freue mich schon auf das BVB-Jahr 2014!

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Ein Gedanke zu „Sternstunden, Verletzte und Gerüchte: das BVB-Jahr 2013

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