Perfekter Aufbaugegner für den kränkelnden Dino

Wenn im Vorfeld eines BVB-Spiels schon nur noch über die Höhe des Sieges diskutiert wird, geht das in neun von zehn Fällen in die Hose. Auch beim akut abstiegsbedrohten Hamburger SV bot der BVB eine peinliche und absolut indiskutable Leistung und verlor völlig verdient mit 0:3. Solche Spiele sind nicht zu erklären und auch nicht zu entschuldigen. Das war einfach nur ganz, ganz armselig.

Natürlich waren die Vorzeichen schon irgendwie schlecht. Der HSV hatte sieben mal in Folge verloren und seinen zweiten Saisontrainer Bert van Marwijk rausgeworfen. Mit Saisontrainer Nummer drei, Mirko Slomka, soll nun die Mission Klassenerhalt gelingen. Und zum Glück kam ja der BVB zu Besuch, der sich auch in der Vergangenheit schon so gerne als Aufbaugegner für Kellerkinder präsentiert hatte.

Uninspiriert und behäbig

Während der HSV engagiert zu Werke ging und die mangelnde Qualität und die Unsicherheit im Passspiel durch hohe Laufbereitschaft und Entschlossenheit in den Zweikämpfen ausglich, trabte der BVB uninspiriert und behäbig über den Rasen und schien milde erstaunt, dass der Gegner nicht gewillt war, die Punkte wie im Hinspiel brav abzuliefern. Offensichtlich war der Gegner völlig unterschätzt worden.

Gegen die couragierte Hamburger Spielweise fiel den Borussen absolut nichts ein und so kam in den ersten zwei Spieldritteln außer einiger Alibi-Angriffe, die schon im Ansatz stecken blieben und zwei, drei harmloser Fernschüsse aufs HSV-Tor nichts zustande.

Als der BVB nach etwa 70 Minuten endlich aus seinem Dornröschenschlaf erwachte und feststellte, dass man ohne ein wenig Eigeninitiative wohl mit null Punkten nach Dortmund zurückfahren würde, stand es längst 0:2. Zwar entwickelte Borussia in der Folge mehr Zug zum Tor, doch viele Aktionen waren zu überhastet und hektisch. Neben der Ruhe fehlte in ein, zwei Situationen dann auch das Glück, das man sich in diesem Spiel aber auch wahrlich nicht erarbeitet hatte.

Kollektives Versagen

Auch taktische oder personelle Umstellungen konnten daran nichts ändern. Bereits zur Pause war Marco Reus für den schwachen Sven Bender gekommen und Jürgen Klopp hatte auf nur einen Sechser umgestellt, doch das verpuffte wirkungslos. Marvin Ducksch kam für den völlig wirkungslosen Robert Lewandowski und zuletzt noch Jonas Hofmann für den schwachen Kevin Großkreutz. Man hätte ebenso gut den schwachen Pierre-Emerick Aubameyang auswechseln können oder wahlweise einen der übrigen Spieler. Die Niederlage war nicht an einzelnen Spielern festzumachen, sondern der BVB hat als Mannschaft versagt und bot eine kollektiv indiskutable Leistung. Zwar brachte zumindest Ducksch noch ein wenig Schwung ins Spiel, doch da war der Karren längst so festgefahren, dass dies nichts mehr nützen sollte.

Dass man ganz am Ende dann noch einen Sonntagsschuss aus 40 Metern zum 3:0 kassiert, ist eine zusätzliche Demütigung, aber an einem solchen Tag auch nicht wirklich überraschend. Besonders bitter ist diese Niederlage, weil am Freitagabend die Blauen nicht über ein 0:0 gegen Mainz hinaus gekommen waren und man den Erzrivalen somit mal wieder etwas auf Abstand hätte halten können. Stattdessen ist er nun auf einen mickrigen Punkt heran gerückt. Auch Leverkusen war vor dem Spiel nur einen Punkt entfernt, bei einem Punktgewinn der Wolfsburger hätte man sogar vorbei ziehen können.

Späte Erkenntnis

Stattdessen lieferte der BVB eine gruselige und völlig unerklärliche Leistung ab und musste mal wieder auf die harte Tour lernen, dass es in der Bundesliga keine Selbstläufer gibt. „Wir können hier nicht einfach mal im Vorbeigehen gewinnen,“ stellte Manuel Friedrich hinterher im Interview fest. Schade, dass diese weise Erkenntnis der Mannschaft offenbar erst nach dem Spiel kam.

Am Dienstag steht das CL-Achtelfinal-Hinspiel bei Zenit St. Petersburg an, am kommenden Samstag ist mit dem 1. FC Nürnberg der nächste Abstiegskandidat zu Gast im Westfalenstadion. Man kann nur hoffen, dass der BVB sich dort wieder in Normalform präsentiert und Hamburg ein einmaliger Ausrutscher bleibt.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Perfekter Aufbaugegner für den kränkelnden Dino

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s