Buchrezension: Dortmunder Jungs – Unser Leben für den BVB

Natürlich gibt es schon einige Bücher, in denen Borussen (und Borussinnen) erzählen, wie und unter welchen Umständen die Liebe zum Ballspielverein erwacht ist und was sie mit dem Verein verbindet. Braucht man also ein weiteres dieser Bücher? Wer „Dortmunder Jungs“ gelesen hat, kann diese Frage eigentlich nur laut und deutlich mit „Ja“ beantworten. Denn Achim Multhaup und Felix Meininghaus haben hier ein wirklich tolles Buch auf den Markt gebracht.

„Dortmunder Jungs“  – das sind 31 ganz persönliche Geschichten über das Leben mit und für den BVB. Zum Teil stammen sie von prominenten BVB-Fans wie dem Schauspieler Wotan Wilke Möhring oder dem Fußball-Kommentator Hansi Küpper, zum Teil von ehemaligen und aktiven BVB-Spielern wie Dedé, Neven Subotic, Nuri Sahin und natürlich Kevin Großkreutz, aber auch von bekannten und weniger bekannten, normalen BVB-Fans.

Dortmunder Jungs - Unser Leben für den BVB (Foto: Delius Klasing Verlag)

Dortmunder Jungs – Unser Leben für den BVB (Foto: Delius Klasing Verlag)

Wobei das Wort „normal“ zumindest zur Diskussion steht, wenn etwa Allesfahrer Michael Budde erzählt, dass er zum Pokalfinale ’89 fuhr, obwohl er sich kurz zuvor bei einem Arbeitsunfall einen Lungenriss zugezogen hatte und eigentlich noch mehrere Wochen im Krankenhaus hätte bleiben müssen.

Bloß kein „Abi 04“!

Und ob es so richtig normal ist, trotz ausgezeichneter Noten in den Abi-Klausuren leere Blätter abzugeben, weil man unter keinen Umständen „Abi 04“ machen will, wie Jan-Henrik Gruszecki – nun, darüber kann man vielleicht auch geteilter Ansicht sein. Aber Liebe ist eben nicht rational, Liebe ist manchmal verrückt und sie muss es auch sein! Denn das macht sie zu etwas Besonderem und ist der Grund dafür, warum der BVB eben viel mehr als nur ein Hobby oder ein Spiel ist.

Die Geschichten sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie erzählen. Sie stammen aus verschiedenen Epochen der Vereinsgeschichte. Michael Zorc etwa erzählt von den 1980er und 90er Jahren, BVB-Archivar Gerd Kolbe erinnert sich dagegen an die Zeiten, als die Heimspiele noch im Stadion Rote Erde ausgetragen wurden, viele Geschichten passierten in der jüngeren Vereinsgeschichte. Doch sie sind alle sehr persönlich, zum Teil unheimlich witzig, zum Teil auch traurig, manche sind auch beides zugleich. Jede einzelne ist auf ihre Art berührend, eigentlich jede Geschichte hat irgendetwas Besonderes an sich.

Klare Leseempfehlung!

Wundervoll ergänzt werden die Geschichten durch die Bilder des Fotografen Achim Multhaupt, der die Protagonisten passend zu ihren Geschichten und ihrem Charakter in Szene setzte und porträtierte.

Fazit: „Dortmunder Jungs“ ist eine absolut lohnenswerte Lektüre und perfekt, um in der bevorstehenden langen bvb-losen Zeit in schwarzgelben Erinnerungen zu schwelgen und in eine andere Welt einzutauchen. Ein wirklich gelungenes und schönes Buch, das man jedem BVB-Fan nur wärmstens an Herz legen kann!

Achim Multhaup & Felix Meininghaus, Dortmunder Jungs. Unser Leben für den BVB, Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2014, 192 S., 22,90 €

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