Aus einer sehr guten eine überragende Saison machen

So schnell ist das Fußball-Jahr schon wieder vorbei. Doch auch in diesem Jahr wartet ganz am Ende wieder ein besonderes Highlight für alle Borussen: Berlin wird schwarzgelb, 50.000 Borussen an der Spree oder anders ausgedrückt: der BVB steht im DFB-Pokalfinale!

Gegner ist wie schon 2012 der selbsternannte Weltherrscher des Fußballs von der Isar, der nach der Meisterschaft im März die Liga auf Geheiß des Trainers hin beendete, u.a. gegen den BVB verlor, dann völlig verdient gegen Real Madrid aus der Champions League ausschied und auch sonst neben der Inhaftierung ehemaliger Präsidenten im Moment vor allem durch Merkwürdigkeiten auffällt. So verordnete ausgerechnet Sportdirektor Matthias Sammer – sonst dem Vergnügen so zugetan wie Wladimir Putin dem Christopher Street Day – den verunsicherten Bayern-Profis eine Feier-Kur. „Feiert jetzt mal ordentlich die Meisterschaft!“, hieß es am Wochenende im Tagesbefehl. Mit 25.000 Versprengten am Marienplatz wurde dann auch ein müder Ringelpietz mit Anfassen eine unfassbare Sause gestartet. Gerüchten zufolge soll Philipp Lahm erst gegen 23 Uhr ins Bettchen gebracht worden sein.

Spitzen aus München

Nun will man aber das Prestige-Duell gegen den BVB unbedingt gewinnen, zumal sich „Double“ in der Bilanz doch besser anhört als „Meisterschaft gewonnen, Pokal und CL verkackt“. Genug vom Gegner. Hin zu Wichtigerem: den Mannen in Schwarz und Gelb. Karl-Heinz Rummenigge warf die Tage die „provokante“ Frage auf, wie denn die Saison des BVB ohne einen Titelgewinn zu bewerten sei. Die Frage soll an dieser Stelle extra für KHR beantwortet werden: gemessen an dem unglaublichen Verletzungspech kann man als Borusse angesichts der Vizemeisterschaft, dem Erreichen des Viertelfinals in der Champions League und dem Erreichen des DFB-Pokalfinales ohne Frage von einer sehr guten Saison sprechen. Sollte der BVB den goldenen Pott tatsächlich auch noch in den Pott holen, war es eine überragende Saison, bzw. „Die Krönung“, wie Kevin Großkreutz es im „Kicker“-Interview treffend formulierte.

Im Vorfeld gab es natürlich das übliche Theater rund um die Kartenvergabe, auch wenn der BVB endlich dazugelernt hat und die Karten nur noch an Dauerkarten-Inhaber und Mitglieder verlost hat. Zu wenige Karten waren es trotzdem und so werdet ihr leider an dieser Stelle nächste Woche keinen Erlebnisbericht aus Berlin lesen können, sondern nur ein paar Impressionen aus der Westfalenhalle sehen, denn auch ich bin zum dritten Mal hintereinander leer ausgegangen bei der Verlosung. Falls nicht in der Nacht noch eine Karte für mich vom Himmel fällt, bleibt für mich, wie für tausende andere Borussen, nur das Public Viewing in Dortmund.

Toller Endspurt

Sportlich gibt der BVB Anlass zur Hoffnung. Pünktlich zum Saisonendspurt berappelte sich die Mannschaft noch einmal, blieb in der zweiten Rückrundenhälfte ungeschlagen und holte zum ersten Mal seit 2001 die Torjäger-Kanone nach Dortmund. Auf 20 Treffer brachte Robert Lewandowski es in seiner letzten BVB-Saison, nahm nach dem 4:0-Sieg im Berliner Olympiastadion das gute Stück in Empfang und widmete es Jürgen Klopp und der Mannschaft. Eine tolle Geschichte wäre es natürlich, wenn ausgerechnet er in seinem allerletzten Spiel für den BVB seinen neuen Arbeitgeber abschießen würde.

Alle Borussen werden die Bilder vom 5:2 vor zwei Jahren noch präsent haben, bei dem Lewandowski mit drei Toren der überragende Akteur gewesen war. Einen Favoriten für das Spiel gibt es anno 2014 sicherlich nicht, auch wenn die Bayern tatsächlich versuchten, diese Rolle dem BVB zuzuschustern. Fakt ist aber, dass in diesem Spiel die beiden besten deutschen Mannschaften aufeinander treffen. Wie schwer sich die Bayern mit der BVB-Spielweise immer noch tun, zeigte sich im letzten Liga-Duell, als die Borussen klar und völlig verdient 3:0 gewannen. Entscheidend wird sicherlich die Tagesform sein. Vor allem wird aber entscheidend sein, welche Mannschaft die größere Gier zeigt. Das könnte ein Vorteil für den BVB sein, denn in den letzten Wochen war bei den Bayern die ganz große Gier nicht mehr zu spüren – in der Liga natürlich eh nicht, aber auch nicht in der Champions League.

So oder so wird es aber ein großartiges Spiel werden. Und wer das Spiel auf den Rängen gewinnt, ist ja ohnehin jetzt schon klar.

Die voraussichtliche Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Sokratis, Piszczek – Sahin, Jojic – Großkreutz, Reus, Mkhitaryan – Lewandowski

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Ein Gedanke zu „Aus einer sehr guten eine überragende Saison machen

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