Buchrezension: Jürgen Klopp – Meine sieben Jahre in Schwarzgelb

Sieben Jahre wie im Rausch hat der BVB unter Jürgen Klopp erlebt. Leider einschließlich eines schmerzhaften Katers vor allem in der Hinrunde der vergangenen Saison. Ein kommentierter Bildband blickt auf sieben Jahre Freude, Feiern, aber auch bittere Momente zurück.

Viele hätten Jürgen Klopp einen triumphaleren Abgang gewünscht. Vielleicht wäre das zu märchenhaft gewesen. Fußball ist eben nur selten und meist nur für kurze Zeit ein Märchen. Und wenn man die Seiten des Bildbands „Jürgen Klopp – Meine sieben Jahre in Schwarzgelb“ durchblättert, dann kommen die Erinnerungen wieder: Daran, dass es eigentlich doch eine verdammt lange Zeit wirklich ein Märchen war.

Aufzehrender Job

Die ersten Bilder zeigen eine jüngere Ausgabe des zuletzt doch zumindest im Bart etwas ergrauten Jürgen Klopp. Natürlich gehen sieben Jahre nicht spurlos an einem Menschen vorüber. Doch beim Vergleich mit den letzten Seiten bekommt man dadurch schon einen Eindruck, wie aufzehrend der Job als BVB-Trainer sein kann. Zumindest dann, wenn man ihn mit so viel Hingabe ausfüllt, wie Kloppo.

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Zusammen gestellt haben die Bilder Jürgen Klopp, der jetzige Mediendirektor Sascha Fligge und sein Vorgänger und Klopp-Spezi Josef Schneck. Mehr als 250 Fotos führen den Betrachter durch sieben schwarzgelbe Jahre. Im Rückblick waren es sieben rasante Jahre. Vollgas. So hat Klopp es vorgelebt. So sind sie vergangen. Beim Blättern fällt einem so manche Begebenheit ein, die man in der Atemlosigkeit der letzten Jahre beinahe schon wieder vergessen hat.

Erinnerungen

Noch einmal lebt beim Anschauen der Bilder die große Freude über den Meistertitel 2011 und das Double 2012 auf. Erinnerungen an die ganz besondere Stimmung, die in jener Zeit eine ganze Stadt erfasst hatte. Dankbarkeit, dass man dabei war. Es miterlebt hat.

Was das Buch besonders macht, sind die Kommentierungen, mit denen Klopp die Fotos versehen hat. Sie lesen sich genau so, wie sich ein Interview mit ihm anhört, wenn er gut gelaunt und in Plauderstimmung ist. Witzig, emotional und manchmal frech. Dabei erfährt man auch die eine oder andere Anekdote, die nicht in der offiziellen Vereinsberichterstattung. Etwa wie Jürgen Klopp und Hans-Joachim Watzke nach dem Meisterkorso in einem Auto voller gackernder Hühner landeten.

Die Verbundenheit Klopps mit dem BVB ist deutlich heraus zu lesen. Am Ende des Buches versteht man aber auch, warum er am Ende nicht mehr weiter machen wollte.

Stimmungsvoller Rückblick

Entstanden ist hier tatsächlich ein schöner, stimmungsvoller Rückblick auf sieben Jahre Jürgen Klopp. Leider haben der BVB und die Ruhr Nachrichten den Band nur in limitierter Auflage herausgegeben.

Nun gehen sowohl Jürgen Klopp als auch der BVB einen Schritt weiter. Thomas Tuchel ist nun Trainer. Dass er ebenso zum Gesicht des Vereins wird, ist nicht zu erwarten, weil er nicht Klopps Medienpräsenz besitzt. Vielleicht tut das dem Verein aber auch ganz gut. Und wenn wir in sieben Jahren ein Buch über Tuchels Jahre in Schwarzgelb in der Hand halten, dann wissen wir, dass auch diese Entscheidung von Klopp am Ende gut für den Verein war.

Und wer weiß? Vielleicht kommt ja irgendwann die Zeit für einen zweiten Teil des Buches…

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