Neuer Stehblock ist ein gutes Signal vom BVB

Fast beiläufig tauchte in dieser Woche die Meldung in den Medien auf, dass Borussia Dortmund die Kapazität im Westfalenstadion zur kommenden Saison aufstockt. Der Grund: Der Block 63 auf der Nordtribüne wird in einen Stehblock für Jugendliche umgewandelt. Ist das wirklich nur eine Randnotiz? Auch wenn sich die Debatte um Stadionsicherheit mittlerweile wieder etwas beruhigt hat, setzt der Verein damit doch ein starkes Zeichen für den Erhalt der Stehplatzkultur im deutschen Fußball.

Wir alle erinnern uns an das Jahr 2012. Ein Jahr, in dem es zeitweilig wirklich so aussah, als würde die Fankultur, wie wir sie kennen, bald zu Grabe getragen. Nach dem Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC ist die ohnehin schon länger schwelende Debatte eskaliert. Als Düsseldorfer Fans freudetrunken und aufgrund eines missverstandenen Schiedsrichterpfiffs einige Minuten vor Abpfiff den Rasen stürmten, erinnerten sich einige Hardliner in Politik und Polizei daran, wie schön man mit dem Fußball Stimmung machen kann.

Debatte verliert an Brisanz

Irrsinnige Vorschläge von Alkoholverbot, Gästeverbot, Nacktkontrollen bis hin zu Geisterspielen geisterten monatelang durch die Presse – und verstärkten die Dickköpfigkeit bei Hardlinern auf der anderen Seite. Garantiert immer dabei: Die Forderung nach einem allgemeinen Stehplatzverbot im Stadion.

Nach der 12:12-Aktion im Dezember verlor die Debatte allmählich an Brisanz. Sie flackert aber immer mal wieder auf. Erst jüngst schwadronierte NRW-Innenminister Ralf Jäger mal wieder von geringeren Gästekontigenten und Alkoholverboten bei sogenannten „Hochrisikospielen“. Immer noch ätzend, immer noch nervig und nach den Ereignissen von 2012 auch genug, um den Blutdruck steigen zu lassen.

Gutes Signal

Von Stehplatzverboten ist aktuell keine Rede mehr. Dass mit Borussia Dortmund einer der größten deutschen Vereine im größten Stadion des Landes im Jahr 2015 ein zusätzliches Stehplatzkontingent einführt statt welche abzubauen, unterstreicht, dass Stehplätze im deutschen Fußball zunächst mal nicht verhandelbar sind.

Doch nicht nur das Thema Sicherheit wird von dieser kleinen Meldung berührt, sondern auch das Thema Geld. Gerade der BVB stand zuletzt wegen seiner Preisgestaltung in der Kritik. Die Karten im Westfalenstadion sind mit die teuersten in der Liga. Vor allem für junge Fans ein großes Problem. Und genau die sollen vom neuen Stehblock mit günstigen Kartenpreisen profitieren. Ganz nebenbei steigt damit die Stadionkapazität wieder auf 81.359 Zuschauer.

Bei aller berechtigten Kritik muss man hier auch mal ein Lob aussprechen: Der Verein sendet hier ein gutes Signal aus.

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