Zitat des Tages #22

„Fußballgucken kann man nicht im Sitzen. Schauen Sie sich doch mal die Dortmunder Südtribüne an, alle stehen, alle schreien, ein Lärm, als wäre die Tribüne der Rachen eines riesigen Monsters. Das ist fantastisch.“

(Johnny Rotten, ehemaliger Sänger der Sex Pistols und Arsenal-Fan in der aktuellen Ausgabe der 11 Freunde zum Thema Stehplätze)

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Campen für die Champions League

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BVB-Fans versammeln sich am Montagabend vor der Thier-Galerie in Dortmund, um am Dienstagmorgen Karten für das CL-Halbfinale gegen Real Madrid zu ergattern. Vor der BVB-Geschäftsstelle campten seit Sonntag mittlerweile etwa 1.000 Leute!!! Verrückt, das gibt es nur in Dortmund! 😀

Buchrezension: Gelbfieber. Wie Dortmund Fußballhauptstadt wurde

Bücher über Borussia Dortmund und den Kult, der um diesen Verein betrieben wird, erscheinen in regelmäßigen Abständen und immer besonders gehäuft nach Titelgewinnen. Somit war klar, dass auch das Doublejahr das eine oder andere literarische Erzeugnis hervorbringen würde. Oft handelt es sich um eilig und mehr oder weniger liebevoll zusammen gepappte Saisonrückblicke, garniert mit einigen Fotos von der Feier am Ende. Nicht alle dieser Bücher lohnen sich wirklich für den Fan. Weiterlesen

Lewandowski vs. Lewandowski: BVB gastiert beim Pharma-Konzern

Ach, war das ein Schock, als letztes Jahr im Sommer plötzlich alle Gazetten mit der Schlagzeile „Lewandowski unterschreibt in Leverkusen“ aufwarteten. Da rutschte manch einem BVB-Fan schon das Herz kurz in die Hose und man dachte sich: „Nein, nein, nein. Komm schon, Robby. Manchester United, na meinetwegen, aber Vizekusen?! Forever Number Two? Das kannst du doch nicht wollen!“

Wollte er auch nicht. Robert Lewandowski spielt bekanntlich immer noch bei Borussia Dortmund, auch wenn nicht so ganz klar ist, wie lange noch. Fast genau so regelmäßig wie angeblich fixe Transfers des polnischen Knipsers – meistens zu ManU – vermelden die Nachrichten ebenfalls angeblich fixe Einigungen mit potenziellen Nachfolgern. „The daily Robert“ taufte der Reviersport dieses Phänomen unlängst.

Duell der Topstürmer

Aber zurück zu Thema. Es war nicht Robert, sondern Sascha Lewandowski, der bei Leverkusen unterschrieb. Und zwar einen Drei-Jahres-Vertrag für den Trainerposten, den er zusammen mit dem Finnen Sami Hyypiä übernahm. Fürs Toreschießen braucht Leverkusen ohnehin niemanden, da sind sie mit Stefan Kießling seit Jahren äußerst luxuriös besetzt und Joachim Löw ist zu seinem offenbar wirklich exzellenten Sturm in der Nationalmannschaft zu beglückwünschen, wenn er glaubt, es sich leisten zu können, auf Kießlings Dienste zu verzichten.

Somit kommt es am Sonntag beim Gastspiel des BVB nicht nur zum – zugegeben irgendwie indirekten – Duell zwischen Lewandowski und Lewandowski, sondern vor allem zum Duell Kießling gegen Lewandowski (womit jetzt natürlich Robert gemeint ist… ach, lassen wir das.). Ersterer hat bereits 13 mal eingenetzt in dieser Saison, Zweiterer immerhin 12 mal.

Spitzenspiel

Überhaupt ist es in jeder Hinsicht ein Spitzenspiel, schließlich empfängt der Tabellenzweite den Dritten und beide Vereine stehen für durchaus ansehnlichen Fußball. Während der BVB sich allerdings vor allem aufs Pressing und Gegenpressing verlegt, ist Bayer Leverkusen vor allem stark im Kontern, allerdings weniger darin, das Spiel selbst machen zu müssen. Hinter Kießling wird es dann mit Gonzalo Castro und Andre Schürrle, Lars Bender (der Zwillingsbruder von Iron Manni) und Simon Rolfes auch nicht signifikant schlechter. Eine kompakte Defensive wird also noch wichtiger sein als in den vergangenen beiden Spielen, denn Leverkusen kann auch wenige Fehler eiskalt bestrafen.

Wohl keine Wechsel

Personell wird sich beim BVB aber wohl nicht viel ändern. Denkbar ist, dass Sven „Iron Manni“ Bender in die Mannschaft rutscht und das direkte Duell mit seinem Zwillingsbruder Lars ausfechten darf. Doch eigentlich gibt es keinen Grund, Sebastian Kehl oder gar Ilkay Gündogan aus der Mannschaft zu nehmen.

Ähnlich sieht es eine Position weiter vorn aus: zugunsten der defensiven Stabilität wäre zwar die Hereinnahme von Kevin Großkreutz eine Option, angesichts der Alternativen aber auch wenig wahrscheinlich. Wen sollte man raus nehmen? Reus? Götze? Blaszczykowski? Unwahrscheinlich, vermutlich wird dieselbe Elf auflaufen wie letzte Woche Freitag gegen Nürnberg. Somit wird wohl auch Nuri Sahin zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen müssen – es sei denn, Klopp setzt sein etwas vages Gedankenspiel um und stellt das System auf drei Sechser um. Dann bliebe aber immer noch das Problem, dass man einen von den drei offensiven Mittelfeldspielern heraus nehmen müsste. Sollte das so kommen, wäre Reus wohl noch der wahrscheinlichste Kandidat.

Sportlich dürfte die Zuschauer eine Partie auf Augenhöhe erwarten. Nur zwei Punkte trennen die Kontrahenten, mit einem Sieg würde sich der BVB auf Platz zwei der Tabelle vorschieben.

Lewandowski und das Ruhrgebiet

„Spitze“ ist außerdem auch die Leverkusener Preisgestaltung: 73 Euro wollte der Werksclub für seine teuersten Sitzplatzkarten im Gästebereich kassieren. Es wäre ein gutes Zeichen, wenn diese Plätze leer blieben. Das sind ja beinahe Hamburger Verhältnisse.

Noch einmal zu Lewandowski, diesmal aber zu Sascha: seine Namensgleichheit mit dem Topstürmer des BVB ist übrigens nicht seine einzige Verbindung ins Ruhrgebiet. Er ist am 5. Oktober 1971 geboren und zwar in welcher schönen Stadt? Genau, in Dortmund.

Wenn Marcel Reif das am Sonntag nicht erwähnt, wäre das echt enttäuschend.

Die voraussichtliche Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Santana, Piszczek – Gündogan, Kehl – Reus (Sahin), Götze, Blaszczykowski – Lewandowski